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Modulglossar

DMK 1 · Alle Schlüsselbegriffe im Überblick

Gesamt: 157 Begriffe
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A4 Begriffe

Algorithmische Personalisierung (implizit)

Stark et al. – Meinungsbildung in und mit sozialen Medien
Automatische Anpassung der Inhalte im Feed anhand von Verhaltensdaten (geklickte Links, Verweildauer, Likes, Shares, Standort). Für Nutzer*innen intransparent ('matching'). Kern des Filterblasenmechanismus.
Orientierungsfragen beim genauen Lesen: Problem/Fragestellung (Was wird untersucht?), Vorgehen (Wie wird argumentiert?), Theorie (Welcher Ansatz liegt zugrunde?), Fazit (Welche Schlussfolgerungen werden gezogen? Gibt es Gegenthesen?).
Genaues, verstehendes Lesen eines Textes oder Abschnittes. Leitfragen: Welches Problem wird behandelt? Wie ist die Argumentation aufgebaut? Welcher Theorieansatz liegt zugrunde? Welche Schlussfolgerungen werden gezogen?

Apparative Methoden

Empirische Methoden
Gerätegestützte Messverfahren (z. B. Eye-Tracking oder Pulsmessung) zur objektiven Erfassung physischer Reaktionen unabhängig von subjektiven Aussagen.
B1 Begriff

Boolesche Operatoren

Texte und Quellen
Logische Verknüpfungen (UND/AND, ODER/OR, NICHT/NOT) zur gezielten Kombination von Suchbegriffen in Datenbanken und Katalogen.
C4 Begriffe
Eine Methode zur Literaturauswertung, bei der Einzelergebnisse verglichen, Gemeinsamkeiten markiert, in Gruppen gebündelt und mit aussagekräftigen Oberbegriffen versehen werden.

Computervermittelte Kommunikation (cvK)

Wissenschaftliches Arbeiten
Alle kommunikativen, sozialen Austauschprozesse, die durch einen Computer als vermittelndes technisches Medium stattfinden. Gekennzeichnet durch fünf Spezifika nach Misoch: Entkörperlichung, Textualität, Entzeitlichung & Enträumlichung, Entkontextualisierung und Digitalisierung.

Computervermittelte Kommunikation (CvK)

Einführung Kommunikation
Alle kommunikativen, sozialen Austauschprozesse, die durch einen Computer als vermittelndes, technisches Medium stattfinden (CMC – Computer-Mediated Communication); vgl. Misoch 2006.
Konfrontation mit abweichenden Ansichten auf sozialen Medien. Möglich, weil viele Menschen heterogene Netzwerke haben, in denen sie auch flüchtige Kontakte ('weak ties') mit anderen Ansichten pflegen. Kann Meinungsbildung positiv beeinflussen.
D10 Begriffe
Die Kommunikation in privaten, geschützten digitalen Räumen (z. B. WhatsApp, Slack, geschlossene Facebook-Gruppen), die für die Öffentlichkeit und Web-Analytics-Tools unsichtbar bleibt.
Erkenntnisweg, bei dem vom Allgemeinen (Theorie) auf den Einzelfall geschlossen wird. Bestehende Hypothesen werden an der Realität überprüft.
Wissenschaftlicher Erkenntnisweg: Vom Allgemeinen zum Besonderen — aus allgemeinen Theorien werden Hypothesen abgeleitet und empirisch überprüft. Typisch für quantitative Methoden.

Deduktive Kategorienbildung

Empirische Methoden
Theoriegeleitete Festlegung von Analysekategorien im Vorfeld, bevor das Material gesichtet wird.
Desinformation: nachweislich falsche Information, die mit der Intention verbreitet wird, Empfänger*innen irrezuführen und ihre Meinungsbildung zu beeinflussen (Wardle & Derakhshan 2017). Misinformation: unabsichtlicher Fehler. Malinformation: faktisch korrekte, aber schädigende Information. 'Fake News' wurde ab 2016 politischer Kampfbegriff; wissenschaftlich vorzuziehen: 'Desinformation'.
Digitale Plattformen, die Endnutzern durch das Bereitstellen von Eingabemöglichkeiten eine interaktive Teilnahme ermöglichen (nach Seemann 2021).
Eine Art von digitaler Plattform (z. B. LinkedIn oder Wikipedia), die Interaktion ermöglicht, indem sie Dateneingabe- und Distributionsmöglichkeiten über Apps oder Webseiten bereitstellt.
Wörtliche, originalgetreue Wiedergabe eines Textes in doppelten Anführungszeichen. Veränderungen am Original werden mit eckigen Klammern [...] gekennzeichnet.
Merkmal der Massenkommunikation (Maletzke): Das Publikum ist räumlich verstreut, unüberschaubar groß, heterogen in Zusammensetzung und anonym – die Empfänger kennen einander und den Kommunikator nicht persönlich.
Die soziologische Perspektive, wonach das alltägliche Handeln von Menschen mit dem Verhalten von Schauspielern auf einer Bühne verglichen wird, die Masken (Rollen) tragen.
E9 Begriffe
Abkürzung für ebenda: wird verwendet, wenn dieselbe Quelle unmittelbar wiederholt zitiert wird. Direkt: ebd. – Indirekt: vgl. ebd.
Metapher von Sunstein (2018): Gleichgesinnte finden sich zusammen und verstärken durch Gruppendynamik ihre Meinung gegenseitig immer stärker. Entsteht kollektiv in einem Netzwerk Gleichgesinnter. Empirisch unter sehr spezifischen Bedingungen vorhanden, aber weniger verbreitet als angenommen.
Die anthropologische Gegenposition: Medien sind Verlängerungen (Extensions) des Menschen. Der Mensch ist das Ursprüngliche, die Technik entsteht aus menschlichen Bedürfnissen und Wahrnehmungsstrukturen. Technik dient dem Menschen.

Empirische Medienforschung

Themen strukturieren
Die systematische Erfassung und Analyse von medienbezogenen Phänomenen unter Anwendung sozialwissenschaftlicher Methoden.

Eskapismus

Medien
Die Flucht aus der Realität in eine fiktive Medienwelt, häufig als Motiv für Medienkonsum im Rahmen der Unterhaltungsfunktion.

Explizite/nutzergesteuerte Personalisierung

Stark et al. – Meinungsbildung in und mit sozialen Medien
Nutzer*innen teilen dem System aktiv ihre Präferenzen mit (z. B. durch Liken einer Facebook-Seite oder Folgen eines Twitter-Accounts). Ermöglicht gezielten Inhaltszuschnitt ohne zwingend Algorithmen.

Extensions of Man

Medien
McLuhans Konzept: Medien sind Verlängerungen menschlicher Sinne und Fähigkeiten (z.B. Rad = Verlängerung des Fußes, Buch = Verlängerung des Auges).
Jede neue Technik ist eine Ausweitung oder Selbstamputation eines natürlichen Körperorgans: Rad = Fuß, Buch = Auge, Telegraph = Nervensystem. McLuhan verbindet dies mit Kapps Organprojektion, Freuds Prothesengott und Gehlens Technikbegriff.
Schriftliche Wiedergabe der Kernaussagen eines Textes in eigenen Worten. Entsteht in der Recite-Phase der PQ4R-Methode. Beantwortet die vorher formulierten Fragen und hält die wichtigsten Informationen fest.
F8 Begriffe
Die Widerlegung einer Hypothese oder Theorie durch empirische Beobachtungen oder Experimente; grundlegendes Prinzip des kritischen Rationalismus.
Winklers Kritik an der übermäßigen Betonung der Technik als autonome Kraft. Beide Extreme – blinder Technikdeterminismus UND naiver Humanismus – verfehlen die komplexe Wechselwirkung.
Metapher von Pariser (2011): Individuen werden durch algorithmische und nutzergesteuerte Personalisierung ausschließlich mit einstellungskonsonanten Inhalten versorgt. Entsteht idealtypisch um ein Individuum – soziale Filter spielen keine Rolle. Empirisch kaum nachgewiesen.

Filterblase (Filter Bubble)

Soziale Interaktion & Social Media
Ein Phänomen, bei dem Algorithmen Nutzern vorwiegend Inhalte anzeigen, die deren bisherigen Vorlieben entsprechen, was zu einer einseitigen Informationswahrnehmung führt.
Die konkrete, präzise formulierte Frage, die im Zentrum einer wissenschaftlichen Arbeit steht und durch den Forschungsprozess beantwortet werden soll.

Forschungsprozess

Themen strukturieren
Ein iterativer, nicht-linearer Ablauf zur Erkenntnisgewinnung, der sich von der Themenfindung über die Datenerhebung bis zur Dokumentation und Präsentation erstreckt.
Systematischer Ablauf wissenschaftlicher Arbeit nach Klammer (2005): Thema finden, Forschungsfrage formulieren, Untersuchungsdesign planen, Daten erheben und auswerten, Ergebnisse darstellen.
Auseinanderdriften gesellschaftlicher Themenhorizonte ('common meeting ground'). Zerfällt die Gesellschaft in Teilöffentlichkeiten, die kein gemeinsames Themenspektrum mehr teilen? Bislang wenig empirische Belege für ausgeprägte Fragmentierung.
G3 Begriffe

Gesellschaftliche Funktionen von Medien

Medien
Nach Saxer: Information, Sozialisation/Orientierung, Unterhaltung/Rekreation, Integration/Legitimation – Medien erfüllen systemische Aufgaben in der Gesellschaft.
Durch elektrische Vernetzung wird der Globus zum Dorf zusammengezogen: Raum und Zeit werden überwunden, Distanzen aufgehoben. Das mechanische Explosionsprinzip wird durch Implosion ersetzt. Individualismus und Nationalismus der Buchdruckkultur weichen einer neuen globalen Stammesorganisation.
Die durch den Buchdruck geprägte Kulturepoche: Typographie homogenisiert die Wahrnehmung, verdrängt die Vielfalt sinnlicher Empfindung und führt zur Dominanz des Gesichtssinns. Folgen: lineares Denken, Nationalismus, Individualismus, moderne Wissenschaft.
H4 Begriffe
Amerikanisches Zitiersystem mit Kurzbelegen im laufenden Text und vollständigen Angaben im Literaturverzeichnis. Wird an der THM verbindlich eingesetzt.
Medien, die einen einzigen Sinn detailreich erweitern und dem Rezipienten wenig Spielraum zur Ergänzung lassen. Geringe persönliche Beteiligung erforderlich. Beispiele: Radio, Film, Photographie, Vortrag.
Die technikzentrierte Extremposition: Medien und Technologien bestimmen kausal die Gesellschaft und den Menschen. Medientechnik ist die unabhängige Variable – der Mensch wird durch sie geformt. Kernformel: 'Medien bestimmen unsere Lage.'

Hinterbühne (Back Stage)

(Soziale) Identität & Beziehungen
Ein geschützter Bereich außerhalb des Publikumsblicks, in dem sich Darsteller entspannen, die Rolle ablegen und ein dem Vorderbühnenverhalten widersprechendes Verhalten zeigen können.
I17 Begriffe
Die bewusste oder unbewusste Steuerung des Eindrucks, den andere von der eigenen Person, einem Unternehmen oder einem Ereignis in der sozialen Interaktion gewinnen.
Das Projektthema des Semesters — bezeichnet die bewusste Steuerung des Eindrucks, den man auf andere macht. Wird in Gruppenarbeit bearbeitet.
Zufällige Nachrichtennutzung: Nutzer*innen stoßen auf sozialen Medien unbeabsichtigt auf Nachrichten. Kann die wahrgenommene Informationsvielfalt vergrößern und political disengagement reduzieren.
Sinngemäße Wiedergabe einer Aussage in eigenen Worten, ohne Anführungszeichen. Beginnt im Kurzbeleg mit vgl. – häufiger als wörtliche Zitate.

Individualkommunikation

Wissenschaftliches Arbeiten
Kommunikation zwischen zwei oder wenigen bekannten Personen, bei der der Informationsfluss bidirektional verläuft — alle Teilnehmer*innen sind zugleich Sender und Empfänger.

Individualkommunikation

Einführung Kommunikation
Kommunikationsform, bei der einzelne Individuen miteinander kommunizieren; bidirektionaler Informationsfluss, alle Teilnehmer sind bekannt und zugleich Sender und Empfänger (vgl. Merten 1977: 118).
Erkenntnisweg, bei dem vom Einzelfall auf das Allgemeine geschlossen wird. Aus empirischen Einzelbeobachtungen werden Verallgemeinerungen und Hypothesen generiert.
Wissenschaftlicher Erkenntnisweg: Vom Besonderen zum Allgemeinen — aus Einzelbeobachtungen werden allgemeine Gesetzmäßigkeiten abgeleitet. Typisch für qualitative Methoden.

Induktive Kategorienbildung

Empirische Methoden
Entwicklung von Analysekategorien direkt aus dem vorliegenden Datenmaterial heraus im Verlauf der Analyse.

Informationsintermediäre

Texte und Quellen
Plattformen und Dienste (z.B. Suchmaschinen, soziale Netzwerke), die zwischen Informationsanbieter*innen und -nutzer*innen vermitteln und dabei Inhalte selektieren und priorisieren.
Watzlawicks zweites Axiom: Jede Kommunikation hat zwei Ebenen. Der Inhaltsaspekt vermittelt Information (WAS gesagt wird). Der Beziehungsaspekt gibt an, wie die Botschaft zu verstehen ist und wie Sender und Empfänger zueinander stehen (WIE es gesagt wird).

Interaktion (Informatik)

(Soziale) Identität & Beziehungen
Die direkte Relation und der Dialog zwischen Mensch und Maschine (Human-Computer Interaction, HCI) zur Koordinierung von Operationen.

Interaktion (informatisch)

Soziale Interaktion & Social Media
Relation zwischen Mensch und Maschine (Human-Computer-Interaction). Interaktion wird als Dialog aufgefasst und dient dazu, Operationen und Verhalten zu koordinieren. Umfasst ausdrücklich nicht die computervermittelte Kommunikation (CvK), denn bei CvK kommunizieren Menschen über Computer, nicht mit Computern.

Interaktion (Soziologie)

(Soziale) Identität & Beziehungen
Prozess des wechselseitigen, aufeinander bezogenen Handelns zwischen Akteuren in körperlicher Kopräsenz und gegenseitiger Wahrnehmung (nach Jäckel 2005).

Interaktion (soziologisch)

Soziale Interaktion & Social Media
Wechselwirkung zwischen Handelnden. In der dyadischen Interaktion beschreibt der Begriff den Prozess aufeinander bezogenen Handelns zweier Akteure. Voraussetzung: Anwesenheit am selben Ort, gegenseitige Wahrnehmung, aufeinander abgestimmte Handlungen und Kommunikation zur Koordination (vgl. Jäckel 2005: 47).
Die eigenständige soziologische Regelhaftigkeit der face-to-face-Situationen, bestimmt durch die räumliche und zeitliche Ko-Präsenz menschlicher Akteure.
Bezieht sich auf den Umgang mit Medien, die spezifische Freiheitsgrade in der Nutzung aufweisen (z. B. Rückkanal), aber nicht selbstständig handlungsfähig sind. Schwächerer Begriff als Interaktion.
K9 Begriffe
Medien, die qualitativ wenige Informationen liefern und aktive Ergänzung durch den Rezipienten erfordern. Hohe Partizipation notwendig. Beispiele: Sprache, Telefon, Fernsehen, Karikatur.
Sinneskanäle, über die Kommunikation vermittelt wird: auditiv (Hören), visuell (Sehen), taktil (Tasten/Berühren), olfaktorisch (Riechen), thermal (Wärme/Kälte wahrnehmen), gustatorisch (Schmecken). Massenmedien nutzen primär auditiv und visuell.

Kommunikation (enger Sinn)

Einführung Kommunikation
Ein Vorgang der Verständigung und Bedeutungsvermittlung zwischen Lebewesen; soziologisch eine Form sozialen Handelns mit subjektivem Sinn (vgl. Pürer 2001: 2–4).
Mertens Hierarchie der Kommunikationsformen: subanimalisch (Einzeller, keine Wahrnehmung), animalisch (Tiere, rudimentär), human (Menschen, Sprache und Symbole), Massenkommunikation (technisch vermittelt, disperses Publikum). Human Communication erfordert Intentionalität und Symbolgebrauch.

Kommunikation (weiter Sinn)

Einführung Kommunikation
Alle Prozesse der Informationsübertragung – bezieht technische, psychische, physische und soziale Systeme mit ein.
Dialogische, rituelle Abläufe (wie Entschuldigungen oder Erklärungen), die nach Regel- oder Territoriumsverletzungen zur Wiederherstellung der Interaktionsordnung dienen.

Kulturtechnik

Medien
Eine gesellschaftlich tradierte Methode zur Bewältigung und Gestaltung des Alltags mithilfe von Symbol- und Zeichensystemen (z. B. Schreiben, Rechnen, Lesen).
Überfliegen eines Textes ohne Erfassung jedes Details. Ziel: Argumentationsstruktur und Aufbau einschätzen. Bei Monografien: Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Fazit; bei Aufsätzen: Abstract, Zwischenüberschriften, erste Sätze der Abschnitte; bei Literaturverzeichnissen: Quellen für eigene Recherche entdecken.
Quellenangabe direkt im Text nach der Harvard-Zitierweise: (Nachname Jahr: Seite) für direkte und (vgl. Nachname Jahr: Seite) für indirekte Zitate.
L3 Begriffe
'Who says what in which channel to whom with what effect?' – beschreibt die fünf Dimensionen der Massenkommunikation und die entsprechenden Forschungsfelder: Kommunikatorforschung, Inhaltsanalyse, Medienanalyse, Rezipientenforschung, Medienwirkungsforschung (Lasswell 1948).

Leitmedium

Medien
Nach Wilke: Ein Einzelmedium mit Hauptfunktion in der Konstitution gesellschaftlicher Kommunikation und besonders starkem Einfluss auf öffentliche Meinung und andere Massenmedien.

Literaturverzeichnis

Zitieren und Bibliographieren
Alphabetisch nach Nachnamen sortierte Liste aller zitierten Quellen mit vollständigen bibliografischen Angaben. Im Kurzbeleg steht nur der Verweis.
M16 Begriffe
Watzlawicks erstes Axiom der Kommunikation: Jedes Verhalten (auch Schweigen, Wegsehen, Nichtstun) sendet eine Botschaft. Kommunikation ist unvermeidlich, solange Menschen sich in sozialer Situation befinden.

Many-to-Many-Kommunikation

(Soziale) Identität & Beziehungen
Ein Kommunikationsmuster, bei dem viele Sender gleichzeitig mit vielen Empfängern interagieren können, typisch für soziale Medien und Web 2.0-Plattformen.
Selektives Hervorheben beim analytischen Lesen: nur einzelne Begriffe markieren, niemals ganze Sätze oder Absätze. Verschiedene Farben helfen, zentrale Begriffe, Aufzählungen und Definitionen zu unterscheiden.

Massenkommunikation

Einführung Kommunikation
Kommunikation, bei der Aussagen öffentlich, durch technische Verbreitungsmittel, indirekt und einseitig an ein disperses Publikum vermittelt werden (Maletzke 1998: 45).
Gerhard Maletzkes klassische Definition: öffentliche Kommunikation, die technisch durch Massenmedien an ein disperses Publikum gerichtet wird. Einseitig (kein direkter Rückkanal), indirekt (zeitlich/räumlich vermittelt) und öffentlich zugänglich.
Eine Medientheorie (Daft & Lengel 1986), nach der sich Medien in ihrer Fähigkeit zur Reduzierung von Ambiguität (Mehrdeutigkeit) und Unsicherheit unterscheiden, abhängig von der Menge der übertragenen Informationen.

Media-Richness-Modell

Einführung Kommunikation
Eine Theorie, die besagt, dass sich Medien in ihrer Fähigkeit, reichhaltige Informationen (wie Gestik, Mimik und Tonfall) zu übertragen, unterscheiden, wobei Face-to-Face am reichhaltigsten ist.

Mediales Apriori

Medien
Nach Luhmann: Medien sind die Voraussetzung für Wahrnehmung und Kommunikation – alles, was wir wissen, wissen wir durch Medien. Sie formen, was wir überhaupt wahrnehmen können.

Medium

Medien
Vom lateinischen medius (Mitte, Vermittelndes): ein Träger, Kanal oder Werkzeug zur Übertragung und Speicherung von Informationen und Bedeutungen zwischen Kommunikationspartnern.
Freier Austausch von Tatsachen, Interpretationen, Argumenten und Standpunkten zu gesellschaftlich relevanten Themen. Basis demokratischer Willensbildung. Nicht zu verwechseln mit Meinungsverteilungen (Meinungsforschung), sondern Fokus auf den Prozess (Meinungsbildungsforschung).

Meinungsforschung vs. Meinungsbildungsforschung

Stark et al. – Meinungsbildung in und mit sozialen Medien
Meinungsforschung: Welche Meinungen vertritt die Bevölkerung und wie verändern sie sich? Meinungsbildungsforschung: Wie solid ist das argumentative Fundament, auf dem Meinungen beruhen? Letztere orientiert sich am normativen Ideal des informierten, abwägenden Bürgers.
Eine graphische Methode zur Strukturierung von Themen, bei der ein zentraler Begriff in die Mitte gestellt und mit Unterthemen und Ideen verknüpft wird.
Die Transformation eines primären Rahmens in eine andere Bedeutung (z. B. Spiel, Täuschung, Simulation), bei der das ursprüngliche Muster spielerisch nachgeahmt wird.
Selbstständige Buchpublikation eines oder weniger Autor*innen, die ein Thema umfassend und zusammenhängend behandelt.
Selbstständige Buchpublikation eines oder mehrerer Autor*innen. Schema: Nachname, Vorname (Jahr): Titel. Untertitel. [Auflage]. Ort.
McLuhans Schreibverfahren: kein lineares Argument, sondern ein Mosaik aus Analogien, Aphorismen, Zitaten und assoziativen Sprüngen. Ziel: die Form der Linearität durch die Figur des Mosaiks ersetzen — passend zum Leitmedium Elektrizität, das heterogene Orte und Prozesse instantan verbindet.
N1 Begriff

Narziss-Mythos / Selbstamputation

Pflichttext 1: McLuhan – Kloock & Spahr
Jede Körperausweitung löst automatisch Betäubung (Narkose) aus. Der Mensch erkennt sich in seiner Technik nicht wieder — Narziß kommt von narkosis (Betäubung). So bleibt unbewusst, dass die Technik ihn ebenso bestimmt wie seine natürlichen Organe.
P9 Begriffe
Digitale Infrastruktur, die Interaktion zwischen zwei oder mehr Gruppen ermöglicht und dabei Kommunikation, Sichtbarkeit und Partizipation strukturiert. Drei Arten: Schnittstellenplattform (z. B. macOS), Protokollplattform (z. B. Webserver/HTTP) und Dienstplattform (z. B. LinkedIn, Wikipedia) (vgl. Seemann 2021).
Ideologische Spaltung der Gesellschaft in entgegengesetzte oder verfeindete Lager. Unterschieden: (a) attitude polarization, (b) party polarization, (c) issue polarization, (d) affective polarization, (e) perceived polarization. Soziale Medien machen extreme Positionen sichtbar, erzeugen oder verstärken Polarisierung aber nicht zwingend.

Post-it-Methode

Themen strukturieren
Eine flexible Strukturierungsmethode, bei der einzelne Gedanken auf Karten notiert und physisch oder digital verschoben werden können, um Beziehungen im Team zu erarbeiten.
Strukturierte Lesestrategie in sechs Phasen: Preview (Überfliegen), Questions (Fragen formulieren), Read (kursorisch + analytisch lesen), Reflect (reflektieren), Recite (wiedergeben/exzerpieren), Review (Rückblick). Ermöglicht systematisches und nachhaltiges Textverständnis.
Winklers Diagnose: Die Technik nimmt in der Medientheorie eine prekäre (unsichere, gefährdete) Mittelposition ein – weder ist sie rein bestimmend (Henne) noch rein bestimmt (Ei). Beide Seiten übertreiben; die Wahrheit liegt in einem zirkulären Verhältnis.

Primäranalyse

Empirische Methoden
Erhebung und anschließende Analyse eigener empirischer Daten zur Beantwortung einer spezifischen Forschungsfrage.
Erhebung eigener empirischer Daten durch Befragung, Experiment, Beobachtung oder Dokumentenanalyse.

Primäre Medien

Medien
Nach Pross/Faßler: Medien ohne Technik – Sprache, Gestik, Mimik. Nur der menschliche Körper ist beteiligt.

Primärliteratur

Texte und Quellen
Originalquelle, mit der direkt gearbeitet werden sollte — z.B. die Studie oder das Werk selbst.
Q5 Begriffe

Qualitative Inhaltsanalyse

Empirische Methoden
Eine regelgeleitete Methode zur systematischen, schrittweisen Auswertung von Texten oder anderen Medien mittels eines Kategoriensystems.
Eine systematische, regelgeleitete Methode zur Auswertung textueller und anderer qualitativer Daten, um Muster, Themen oder Bedeutungen herauszuarbeiten.

Qualitative Methoden

Empirische Methoden
Interpretative sozialwissenschaftliche Methoden zur Rekonstruktion von Bedeutungen und Sinnzusammenhängen bei meist kleinen Fallzahlen (z. B. Leitfadeninterviews).

Quantitative Methoden

Empirische Methoden
Standardisierte, auf Zahlen und Messung ausgerichtete Methoden zur Überprüfung statistischer Zusammenhänge bei großen Fallzahlen.

Quartäre Medien

Medien
Nach Faßler: Digitale Netzwerkmedien mit Rückkanal und variablen Nutzerrollen (z.B. Internet). Sender und Empfänger können die Rollen tauschen.
R5 Begriffe
Ein soziokulturelles Organisationsprinzip (Interpretationsschema), mit dem Akteure eine Situation definieren und den zulässigen Handlungsspielraum festlegen.
Abkürzungsbasierte Anmerkungen am Textrand zur Gliederung (E=Einleitung, T=These, Ag1=Argument 1, K=Kritik, Zfg=Zusammenfassung) und für Kommentare (X=Widerspruch, ✓=Zustimmung, ?=Unklarheit, !=wichtige Textstelle).

Reduced-Social-Cues-Modell

Einführung Kommunikation
Ein theoretischer Erklärungsansatz, der besagt, dass das Fehlen sozialer Hinweisreize (z. B. Statussymbole, Mimik) in digitaler Kommunikation zu enthemmtem oder unpersönlicherem Verhalten führen kann.
Merkmal von Kommunikation: Wechselseitigkeit – Sender und Empfänger tauschen Rollen, beide beeinflussen den Kommunikationsprozess. Ohne Reziprozität (nur Einwegkommunikation) ist echter Austausch eingeschränkt.
Einmal sedimentiert, wirkt Technik auf die Praxen zurück und formt sie. Der Kreislauf schließt sich: Technik ist zugleich Produkt und Produzent gesellschaftlicher Praxis.
S28 Begriffe
Buch mit einzelnen Beiträgen (Aufsätzen) verschiedener Autor*innen zu einem gemeinsamen Thema, organisiert von Herausgeber*innen.
Buch mit Beiträgen verschiedener Autor*innen, herausgegeben von Herausgeber*innen (Hrsg.). In der Regel werden einzelne Aufsätze daraus zitiert, nicht der gesamte Band.

Schwache Beziehungen (Weak Ties)

(Soziale) Identität & Beziehungen
Lose soziale Kontakte (nach Granovetter 1973), die sich durch geringe emotionale Intensität auszeichnen, jedoch essenziell sind, um neue Informationen über Netzwerkgrenzen hinweg zu verbreiten.
McLuhans erkenntnistheoretische Haltung: die Relativität der eigenen medial bedingten Perspektive anerkennen, Grenzen der eigenen Voraussetzungen überschreiten, andere Kulturen nicht nach eigenen Maßstäben bewerten.
Praxen schlagen sich in Technik nieder – gesellschaftliche Gewohnheiten, Wünsche und Routinen werden in technische Artefakte eingeschrieben. Technik ist geronnene Praxis.

Sekundäranalyse

Empirische Methoden
Erneute oder weitergehende Analyse bereits vorhandener empirischer Daten, die ursprünglich für andere Zwecke erhoben wurden.
Keine eigene Datenerhebung, sondern Weiter- oder Neuanalyse vorhandener Daten aus früheren Studien. Vorteil: geringer Aufwand. Nachteil: kein Einfluss auf die Daten.

Sekundäre Medien

Medien
Nach Pross/Faßler: Technik auf Produktionsseite, nicht auf Rezeptionsseite (z.B. Buch, Zeitung, Plakat). Der Empfänger braucht kein Gerät.

Sekundärliteratur

Texte und Quellen
Literatur von Expert*innen über eine Primärquelle, z.B. Analysen oder Kommentare in Monografien. Man darf daraus keine Originalquellen zitieren, die man nicht selbst eingesehen hat.
Die bewusste oder unbewusste Enthüllung persönlicher Informationen (Gedanken, Gefühle, Vorlieben) in sozialer Interaktion zur Unterstützung der gewünschten Selbstdarstellung.
Die Wissenschaft bzw. Lehre der Zeichen und Zeichensysteme. Zeichen (Icons, Symbole, Schrift) vermitteln Bedeutung und ermöglichen Kommunikation. Begründet u.a. durch Ferdinand de Saussure.
Wissenschaft bzw. Lehre der Zeichen und Zeichensysteme (aus dem Griech. für 'Zeichen', 'Signal'). Zentral: Syntax (Inhalt/Struktur), Semantik (begleitende Bedeutung) und Pragmatik (kontextabhängiger Zweck). Begründer u.a. Ferdinand de Saussure (vgl. Nöth 2000: 62–63).
Zeichenlehre nach Charles Morris mit drei Dimensionen: Semantik (Verhältnis Zeichen–Bedeutung/Referent), Syntaktik (Verhältnis Zeichen–Zeichen/Regelstruktur) und Pragmatik (Verhältnis Zeichen–Nutzer/Verwendungssituation).

Semiotisches Dreieck

Wissenschaftliches Arbeiten
Modell der Zeichenvermittlung mit drei Ecken: Ding (der reale Gegenstand), Begriff (die Vorstellung/das Bild davon) und Symbol (das Wort/Zeichen dafür). Alle drei müssen klar und eindeutig zusammenpassen.

Semiotisches Dreieck

Einführung Kommunikation
Modell nach Eco (1977): Symbol steht für Ding, erweckt Begriff. Dinge, Begriffe und Symbole/Worte sollen für Sender und Empfänger deckungsgleich sein – sonst kommt es zu Fehlkommunikation.
Die von Stanley Milgram 1967 geprägte Erkenntnis, dass jeder Mensch über eine kurze Kette von durchschnittlich sechs persönlichen Kontakten (Six Degrees of Separation) mit jedem anderen Menschen weltweit verbunden ist.
Verwendung digitaler Dienstplattformen, über die Nutzer miteinander (sozial) interagieren, dabei eigene Inhalte kreieren (User-Generated-Content) und diese miteinander austauschen. Im Plural umfasst der Begriff die verbundenen digitalen Kommunikations-Dienste und Technologien (Decker & Gust 2026: 87–88).
Die konkreten digitalen Kommunikationsdienste, Technologien und Plattformen, die die Interaktion ermöglichen (z. B. Blogs, Wikis, SNS).
Das übergeordnete Phänomen bzw. die Verwendung digitaler Dienstplattformen, über die Nutzer miteinander interagieren, eigene Inhalte erstellen (UGC) und diese austauschen.
Die eigene Kommunikationslogik sozialer Medien (Van Dijck & Poell 2013): spezifische Muster der Produktion, Distribution und Nutzung, die sich von traditionellen Massenmedien unterscheiden. Leitsatz: Generierung von Aufmerksamkeit durch Interaktionen (Likes, Shares, Kommentare).

Social Networking Site (SNS)

(Soziale) Identität & Beziehungen
Eine netzwerkbasierte Plattform, die Profile auf Basis von UGC, öffentlich artikulierte Verbindungen und die Interaktion mit Streams dieser Verbindungen ermöglicht (Boyd & Ellison 2013).
Eine Medientheorie (Short et al. 1976), die besagt, dass Medien sich darin unterscheiden, wie stark der akustische, visuelle und physische Kontakt zwischen Kommunikationspartnern wahrgenommen wird.

Social-Media-Marketing (SMM)

Decker & Gust – Der Social-Media-Zyklus
Ein interdisziplinäres und cross-funktionales Konzept, welches die sozialen Medien nutzt, um durch Wertschöpfung organisationale Zielsetzungen für verschiedene Stakeholder zu erreichen.
Algorithmische Filtermechanismen, die an der menschlichen Tendenz ansetzen, sich mit ähnlichen Menschen zu umgeben. Feeds priorisieren Inhalte von Personen mit ähnlichen sozialen Bindungen ('homophily'; McPherson et al. 2001).
Karl Bühlers Organon-Modell unterscheidet drei Funktionen von Sprache: Darstellung (referentiell: Sachverhalte beschreiben), Ausdruck (expressiv: Gefühle und Einstellungen des Sprechers) und Appell (konativ: Aufforderung an den Empfänger).

Starke Beziehungen (Strong Ties)

(Soziale) Identität & Beziehungen
Engmaschige soziale Bindungen (wie Familie oder enge Freunde), die durch hohe emotionale Intensität, Vertrauen und häufige Interaktion gekennzeichnet sind.

Suchwort-Matrix

Texte und Quellen
Systematische Tabelle, in der zu Hauptbegriffen Synonyme, Ober-/Unterbegriffe, verwandte Begriffe und fremdsprachige Entsprechungen gesammelt werden.
Strukturierte Tabelle, in der zu zentralen Begriffen eines Themas Synonyme, verwandte Begriffe, Ober- und Unterbegriffe sowie fremdsprachige Entsprechungen gesammelt werden.
T8 Begriffe
Tastsinn bezeichnet für McLuhan kein einzelnes Sinnesorgan, sondern die Einheit aller Sinne — ein komplexes Zusammenspiel aller sinnlichen Empfindungen. Taktilität ist das Ideal harmonischer Wahrnehmung, da sie eine mehrdimensionale Auffassung der Wirklichkeit erlaubt.

Technikdeterminismus

Medien
Ansicht, dass Technik und Medientechnologien gesellschaftliche Entwicklung kausal bestimmen. Vertreter: McLuhan, Kittler.

Tertiäre Medien

Medien
Nach Pross/Faßler: Technik auf beiden Seiten – Produktion UND Rezeption erfordern Geräte (z.B. Telefon, Radio, Fernsehen).

Tertiärliteratur

Texte und Quellen
Gesammelte Informationen aus unterschiedlichen Quellen, z.B. in Lehrbüchern oder Enzyklopädien. Dient zur Orientierung, nicht als Beleg in wissenschaftlichen Arbeiten.

The medium is the message

Medien
McLuhans Kernthese: Nicht der Inhalt, sondern das Medium selbst prägt, wie wir die Welt wahrnehmen und gesellschaftliche Strukturen formen. Das Medium verändert den Menschen.
Die Botschaft eines Mediums ist nicht der Inhalt, sondern die Veränderung des Maßstabs, Tempos oder Schemas, die es der Situation des Menschen bringt. Technik verändert die Dimensionen von Raum und Zeit und bestimmt die Schemata, in denen die Welt wahrgenommen wird.
Der Prozess, ein geeignetes Forschungsthema zu identifizieren — ausgehend von einem breiten Themenfeld über systematische Eingrenzung bis hin zu einer konkreten Fragestellung.
Abkürzung von Suchbegriffen mit Platzhaltern (? für einen Buchstaben, * für beliebige Endungen), um die Treffermenge zu vergrößern.
U3 Begriffe

Untersuchungsdesign

Themen strukturieren
Die methodische Festlegung des Vorgehens zur Beantwortung der Forschungsfrage innerhalb des empirischen Forschungsprozesses.
Die Summe aller Wege, auf denen Menschen Social Media nutzen. Nach der OECD (2007) definiert durch: Veröffentlichung im Netz, gewisses Maß an kreativer Leistung und Erstellung außerhalb professioneller Routinen.

User-Generated-Content (UGC)

Soziale Interaktion & Social Media
Von Nutzer:innen selbst erstellte und publizierte Inhalte auf Plattformen des Web 2.0 – im Gegensatz zu professionell produzierten Medieninhalten. Zentrales Merkmal von Social Media.
V1 Begriff

Vorderbühne (Front Stage)

(Soziale) Identität & Beziehungen
Der soziale Raum, in dem eine Person eine Rolle vor Publikum darstellt und dabei versucht, das Verhalten an gesellschaftliche Normen und Ideale anzupassen.
W4 Begriffe
Das ideologische und technologische Fundament des World Wide Web, bei dem Inhalte nicht mehr nur konsumiert, sondern von allen Nutzern kollaborativ erstellt und fortlaufend modifiziert werden.
Von Tim O'Reilly (2005) geprägter Begriff für eine neue Generation des Internets mit interaktiven und kollaborativen Features. Nutzer:innen können aktiv partizipieren und selbst Inhalte produzieren (User-Generated-Content), statt nur passiv zu konsumieren (Web 1.0).

Wissenschaftliche Redlichkeit

Wissenschaftliches Arbeiten
Die Verpflichtung, bei der Verwendung fremder Gedanken, Bewertungen und Argumente die Spielregeln der Wissenschafts-Community einzuhalten. Verstöße gelten als Plagiat mit entsprechenden Konsequenzen.

Wissenschaftliches Arbeiten

Wissenschaftliches Arbeiten
Planvolles Vorgehen zur Generierung neuen Wissens, das umfasst: Zugriff auf vorhandenen Wissensschatz, Verknüpfung von eigenem und fremdem Wissen, analytische Auseinandersetzung mit dem Material und Präsentation in nachvollziehbarer Form.
Z5 Begriffe

Zeit- vs. raumorientierte Medien (Innis)

Pflichttext 1: McLuhan – Kloock & Spahr
Innis unterscheidet zwei Kategorien: Zeitorientierte Medien (z.B. Stein, Ton) konservieren Wissen dauerhaft, fördern Stabilität und religiöse Herrschaft. Raumorientierte Medien (z.B. Papier) sind leicht transportierbar, fördern räumliche Expansion, Säkularisierung und politische Macht.

Zirkuläres Modell (Sprechen ↔ Sprache)

Zusatzmaterial: Winkler – Die prekäre Rolle der Technik
Winklers Lösungsvorschlag in Analogie zur Sprachtheorie: Wie Sprechen (Praxis) und Sprache (System) sich gegenseitig konstituieren, so konstituieren Praxen (gesellschaftliche Nutzung) und Technik (materielles Medium) einander zirkulär. Keine Seite ist kausal primär.
Die formale Eignung einer Quelle zur Verwendung in wissenschaftlichen Arbeiten (d. h. sie muss öffentlich zugänglich und dauerhaft auffindbar sein).

Zitierfähigkeit

Texte und Quellen
Eigenschaft einer Quelle, formal zitiert werden zu können — d.h. sie muss auffindbar, zugänglich und eindeutig identifizierbar sein (z.B. durch ISBN, DOI oder URL).

Zitierwürdigkeit

Texte und Quellen
Inhaltliche Eignung einer Quelle für die Verwendung in wissenschaftlichen Arbeiten. Nur Quellen, die wissenschaftlichen Qualitätsstandards genügen (z.B. peer-reviewed), sind zitierwürdig.