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Modulglossar
DMK 1 · Alle Schlüsselbegriffe im Überblick
Gesamt: 157 Begriffe
Schnellnavigation:
A4 Begriffe
Algorithmische Personalisierung (implizit)
Stark et al. – Meinungsbildung in und mit sozialen MedienAutomatische Anpassung der Inhalte im Feed anhand von Verhaltensdaten (geklickte Links, Verweildauer, Likes, Shares, Standort). Für Nutzer*innen intransparent ('matching'). Kern des Filterblasenmechanismus.
Analytische Leitfragen
Umgang mit wissenschaftlichen TextenOrientierungsfragen beim genauen Lesen: Problem/Fragestellung (Was wird untersucht?), Vorgehen (Wie wird argumentiert?), Theorie (Welcher Ansatz liegt zugrunde?), Fazit (Welche Schlussfolgerungen werden gezogen? Gibt es Gegenthesen?).
Analytisches Lesen
Umgang mit wissenschaftlichen TextenGenaues, verstehendes Lesen eines Textes oder Abschnittes. Leitfragen: Welches Problem wird behandelt? Wie ist die Argumentation aufgebaut? Welcher Theorieansatz liegt zugrunde? Welche Schlussfolgerungen werden gezogen?
Apparative Methoden
Empirische MethodenGerätegestützte Messverfahren (z. B. Eye-Tracking oder Pulsmessung) zur objektiven Erfassung physischer Reaktionen unabhängig von subjektiven Aussagen.
B1 Begriff
Boolesche Operatoren
Texte und QuellenLogische Verknüpfungen (UND/AND, ODER/OR, NICHT/NOT) zur gezielten Kombination von Suchbegriffen in Datenbanken und Katalogen.
C4 Begriffe
Clustering
Themen strukturierenEine Methode zur Literaturauswertung, bei der Einzelergebnisse verglichen, Gemeinsamkeiten markiert, in Gruppen gebündelt und mit aussagekräftigen Oberbegriffen versehen werden.
Computervermittelte Kommunikation (cvK)
Wissenschaftliches ArbeitenAlle kommunikativen, sozialen Austauschprozesse, die durch einen Computer als vermittelndes technisches Medium stattfinden. Gekennzeichnet durch fünf Spezifika nach Misoch: Entkörperlichung, Textualität, Entzeitlichung & Enträumlichung, Entkontextualisierung und Digitalisierung.
Computervermittelte Kommunikation (CvK)
Einführung KommunikationAlle kommunikativen, sozialen Austauschprozesse, die durch einen Computer als vermittelndes, technisches Medium stattfinden (CMC – Computer-Mediated Communication); vgl. Misoch 2006.
Cross-cutting Exposure
Stark et al. – Meinungsbildung in und mit sozialen MedienKonfrontation mit abweichenden Ansichten auf sozialen Medien. Möglich, weil viele Menschen heterogene Netzwerke haben, in denen sie auch flüchtige Kontakte ('weak ties') mit anderen Ansichten pflegen. Kann Meinungsbildung positiv beeinflussen.
D10 Begriffe
Dark Social
Decker & Gust – Der Social-Media-ZyklusDie Kommunikation in privaten, geschützten digitalen Räumen (z. B. WhatsApp, Slack, geschlossene Facebook-Gruppen), die für die Öffentlichkeit und Web-Analytics-Tools unsichtbar bleibt.
Deduktion
Empirische MethodenErkenntnisweg, bei dem vom Allgemeinen (Theorie) auf den Einzelfall geschlossen wird. Bestehende Hypothesen werden an der Realität überprüft.
Deduktion
Wissenschaftliches ArbeitenWissenschaftlicher Erkenntnisweg: Vom Allgemeinen zum Besonderen — aus allgemeinen Theorien werden Hypothesen abgeleitet und empirisch überprüft. Typisch für quantitative Methoden.
Deduktive Kategorienbildung
Empirische MethodenTheoriegeleitete Festlegung von Analysekategorien im Vorfeld, bevor das Material gesichtet wird.
Desinformation / Fake News
Stark et al. – Meinungsbildung in und mit sozialen MedienDesinformation: nachweislich falsche Information, die mit der Intention verbreitet wird, Empfänger*innen irrezuführen und ihre Meinungsbildung zu beeinflussen (Wardle & Derakhshan 2017). Misinformation: unabsichtlicher Fehler. Malinformation: faktisch korrekte, aber schädigende Information. 'Fake News' wurde ab 2016 politischer Kampfbegriff; wissenschaftlich vorzuziehen: 'Desinformation'.
Dienstplattform
Decker & Gust – Der Social-Media-ZyklusDigitale Plattformen, die Endnutzern durch das Bereitstellen von Eingabemöglichkeiten eine interaktive Teilnahme ermöglichen (nach Seemann 2021).
Dienstplattform
Soziale Interaktion & Social MediaEine Art von digitaler Plattform (z. B. LinkedIn oder Wikipedia), die Interaktion ermöglicht, indem sie Dateneingabe- und Distributionsmöglichkeiten über Apps oder Webseiten bereitstellt.
Direktes Zitat
Zitieren und BibliographierenWörtliche, originalgetreue Wiedergabe eines Textes in doppelten Anführungszeichen. Veränderungen am Original werden mit eckigen Klammern [...] gekennzeichnet.
Disperses Publikum
Pflichttext 02: Pürer – Grundbegriffe der KommunikationswissenschaftMerkmal der Massenkommunikation (Maletzke): Das Publikum ist räumlich verstreut, unüberschaubar groß, heterogen in Zusammensetzung und anonym – die Empfänger kennen einander und den Kommunikator nicht persönlich.
Dramaturgie (Theater-Metapher)
Knoblauch – Goffman: Kultur der KommunikationDie soziologische Perspektive, wonach das alltägliche Handeln von Menschen mit dem Verhalten von Schauspielern auf einer Bühne verglichen wird, die Masken (Rollen) tragen.
E9 Begriffe
ebd. / vgl. ebd.
Zitieren und BibliographierenAbkürzung für ebenda: wird verwendet, wenn dieselbe Quelle unmittelbar wiederholt zitiert wird. Direkt: ebd. – Indirekt: vgl. ebd.
Metapher von Sunstein (2018): Gleichgesinnte finden sich zusammen und verstärken durch Gruppendynamik ihre Meinung gegenseitig immer stärker. Entsteht kollektiv in einem Netzwerk Gleichgesinnter. Empirisch unter sehr spezifischen Bedingungen vorhanden, aber weniger verbreitet als angenommen.
Ei-Position (McLuhan)
Zusatzmaterial: Winkler – Die prekäre Rolle der TechnikDie anthropologische Gegenposition: Medien sind Verlängerungen (Extensions) des Menschen. Der Mensch ist das Ursprüngliche, die Technik entsteht aus menschlichen Bedürfnissen und Wahrnehmungsstrukturen. Technik dient dem Menschen.
Empirische Medienforschung
Themen strukturierenDie systematische Erfassung und Analyse von medienbezogenen Phänomenen unter Anwendung sozialwissenschaftlicher Methoden.
Eskapismus
MedienDie Flucht aus der Realität in eine fiktive Medienwelt, häufig als Motiv für Medienkonsum im Rahmen der Unterhaltungsfunktion.
Explizite/nutzergesteuerte Personalisierung
Stark et al. – Meinungsbildung in und mit sozialen MedienNutzer*innen teilen dem System aktiv ihre Präferenzen mit (z. B. durch Liken einer Facebook-Seite oder Folgen eines Twitter-Accounts). Ermöglicht gezielten Inhaltszuschnitt ohne zwingend Algorithmen.
Extensions of Man
MedienMcLuhans Konzept: Medien sind Verlängerungen menschlicher Sinne und Fähigkeiten (z.B. Rad = Verlängerung des Fußes, Buch = Verlängerung des Auges).
Extensions of Man
Pflichttext 1: McLuhan – Kloock & SpahrJede neue Technik ist eine Ausweitung oder Selbstamputation eines natürlichen Körperorgans: Rad = Fuß, Buch = Auge, Telegraph = Nervensystem. McLuhan verbindet dies mit Kapps Organprojektion, Freuds Prothesengott und Gehlens Technikbegriff.
Schriftliche Wiedergabe der Kernaussagen eines Textes in eigenen Worten. Entsteht in der Recite-Phase der PQ4R-Methode. Beantwortet die vorher formulierten Fragen und hält die wichtigsten Informationen fest.
F8 Begriffe
Falsifikation
Wissenschaftliches ArbeitenDie Widerlegung einer Hypothese oder Theorie durch empirische Beobachtungen oder Experimente; grundlegendes Prinzip des kritischen Rationalismus.
Fetischisierung der Technik
Zusatzmaterial: Winkler – Die prekäre Rolle der TechnikWinklers Kritik an der übermäßigen Betonung der Technik als autonome Kraft. Beide Extreme – blinder Technikdeterminismus UND naiver Humanismus – verfehlen die komplexe Wechselwirkung.
Metapher von Pariser (2011): Individuen werden durch algorithmische und nutzergesteuerte Personalisierung ausschließlich mit einstellungskonsonanten Inhalten versorgt. Entsteht idealtypisch um ein Individuum – soziale Filter spielen keine Rolle. Empirisch kaum nachgewiesen.
Filterblase (Filter Bubble)
Soziale Interaktion & Social MediaEin Phänomen, bei dem Algorithmen Nutzern vorwiegend Inhalte anzeigen, die deren bisherigen Vorlieben entsprechen, was zu einer einseitigen Informationswahrnehmung führt.
Forschungsfrage
Themenfindung und Literaturrecherche mit KIDie konkrete, präzise formulierte Frage, die im Zentrum einer wissenschaftlichen Arbeit steht und durch den Forschungsprozess beantwortet werden soll.
Forschungsprozess
Themen strukturierenEin iterativer, nicht-linearer Ablauf zur Erkenntnisgewinnung, der sich von der Themenfindung über die Datenerhebung bis zur Dokumentation und Präsentation erstreckt.
Forschungsprozess
Themenfindung und Literaturrecherche mit KISystematischer Ablauf wissenschaftlicher Arbeit nach Klammer (2005): Thema finden, Forschungsfrage formulieren, Untersuchungsdesign planen, Daten erheben und auswerten, Ergebnisse darstellen.
Auseinanderdriften gesellschaftlicher Themenhorizonte ('common meeting ground'). Zerfällt die Gesellschaft in Teilöffentlichkeiten, die kein gemeinsames Themenspektrum mehr teilen? Bislang wenig empirische Belege für ausgeprägte Fragmentierung.
G3 Begriffe
Gesellschaftliche Funktionen von Medien
MedienNach Saxer: Information, Sozialisation/Orientierung, Unterhaltung/Rekreation, Integration/Legitimation – Medien erfüllen systemische Aufgaben in der Gesellschaft.
Global Village
Pflichttext 1: McLuhan – Kloock & SpahrDurch elektrische Vernetzung wird der Globus zum Dorf zusammengezogen: Raum und Zeit werden überwunden, Distanzen aufgehoben. Das mechanische Explosionsprinzip wird durch Implosion ersetzt. Individualismus und Nationalismus der Buchdruckkultur weichen einer neuen globalen Stammesorganisation.
Gutenberg-Galaxis
Pflichttext 1: McLuhan – Kloock & SpahrDie durch den Buchdruck geprägte Kulturepoche: Typographie homogenisiert die Wahrnehmung, verdrängt die Vielfalt sinnlicher Empfindung und führt zur Dominanz des Gesichtssinns. Folgen: lineares Denken, Nationalismus, Individualismus, moderne Wissenschaft.
H4 Begriffe
Harvard-Zitierweise
Zitieren und BibliographierenAmerikanisches Zitiersystem mit Kurzbelegen im laufenden Text und vollständigen Angaben im Literaturverzeichnis. Wird an der THM verbindlich eingesetzt.
Heiße Medien
Pflichttext 1: McLuhan – Kloock & SpahrMedien, die einen einzigen Sinn detailreich erweitern und dem Rezipienten wenig Spielraum zur Ergänzung lassen. Geringe persönliche Beteiligung erforderlich. Beispiele: Radio, Film, Photographie, Vortrag.
Henne-Position (Kittler)
Zusatzmaterial: Winkler – Die prekäre Rolle der TechnikDie technikzentrierte Extremposition: Medien und Technologien bestimmen kausal die Gesellschaft und den Menschen. Medientechnik ist die unabhängige Variable – der Mensch wird durch sie geformt. Kernformel: 'Medien bestimmen unsere Lage.'
Hinterbühne (Back Stage)
(Soziale) Identität & BeziehungenEin geschützter Bereich außerhalb des Publikumsblicks, in dem sich Darsteller entspannen, die Rolle ablegen und ein dem Vorderbühnenverhalten widersprechendes Verhalten zeigen können.
I17 Begriffe
Impression Management
(Soziale) Identität & BeziehungenDie bewusste oder unbewusste Steuerung des Eindrucks, den andere von der eigenen Person, einem Unternehmen oder einem Ereignis in der sozialen Interaktion gewinnen.
Impression Management
Themenfindung und Literaturrecherche mit KIDas Projektthema des Semesters — bezeichnet die bewusste Steuerung des Eindrucks, den man auf andere macht. Wird in Gruppenarbeit bearbeitet.
Incidental News Exposure
Stark et al. – Meinungsbildung in und mit sozialen MedienZufällige Nachrichtennutzung: Nutzer*innen stoßen auf sozialen Medien unbeabsichtigt auf Nachrichten. Kann die wahrgenommene Informationsvielfalt vergrößern und political disengagement reduzieren.
Indirektes Zitat
Zitieren und BibliographierenSinngemäße Wiedergabe einer Aussage in eigenen Worten, ohne Anführungszeichen. Beginnt im Kurzbeleg mit vgl. – häufiger als wörtliche Zitate.
Individualkommunikation
Wissenschaftliches ArbeitenKommunikation zwischen zwei oder wenigen bekannten Personen, bei der der Informationsfluss bidirektional verläuft — alle Teilnehmer*innen sind zugleich Sender und Empfänger.
Individualkommunikation
Einführung KommunikationKommunikationsform, bei der einzelne Individuen miteinander kommunizieren; bidirektionaler Informationsfluss, alle Teilnehmer sind bekannt und zugleich Sender und Empfänger (vgl. Merten 1977: 118).
Induktion
Empirische MethodenErkenntnisweg, bei dem vom Einzelfall auf das Allgemeine geschlossen wird. Aus empirischen Einzelbeobachtungen werden Verallgemeinerungen und Hypothesen generiert.
Induktion
Wissenschaftliches ArbeitenWissenschaftlicher Erkenntnisweg: Vom Besonderen zum Allgemeinen — aus Einzelbeobachtungen werden allgemeine Gesetzmäßigkeiten abgeleitet. Typisch für qualitative Methoden.
Induktive Kategorienbildung
Empirische MethodenEntwicklung von Analysekategorien direkt aus dem vorliegenden Datenmaterial heraus im Verlauf der Analyse.
Informationsintermediäre
Texte und QuellenPlattformen und Dienste (z.B. Suchmaschinen, soziale Netzwerke), die zwischen Informationsanbieter*innen und -nutzer*innen vermitteln und dabei Inhalte selektieren und priorisieren.
Inhalts- und Beziehungsaspekt
Pflichttext 02: Pürer – Grundbegriffe der KommunikationswissenschaftWatzlawicks zweites Axiom: Jede Kommunikation hat zwei Ebenen. Der Inhaltsaspekt vermittelt Information (WAS gesagt wird). Der Beziehungsaspekt gibt an, wie die Botschaft zu verstehen ist und wie Sender und Empfänger zueinander stehen (WIE es gesagt wird).
Interaktion (Informatik)
(Soziale) Identität & BeziehungenDie direkte Relation und der Dialog zwischen Mensch und Maschine (Human-Computer Interaction, HCI) zur Koordinierung von Operationen.
Interaktion (informatisch)
Soziale Interaktion & Social MediaRelation zwischen Mensch und Maschine (Human-Computer-Interaction). Interaktion wird als Dialog aufgefasst und dient dazu, Operationen und Verhalten zu koordinieren. Umfasst ausdrücklich nicht die computervermittelte Kommunikation (CvK), denn bei CvK kommunizieren Menschen über Computer, nicht mit Computern.
Interaktion (Soziologie)
(Soziale) Identität & BeziehungenProzess des wechselseitigen, aufeinander bezogenen Handelns zwischen Akteuren in körperlicher Kopräsenz und gegenseitiger Wahrnehmung (nach Jäckel 2005).
Interaktion (soziologisch)
Soziale Interaktion & Social MediaWechselwirkung zwischen Handelnden. In der dyadischen Interaktion beschreibt der Begriff den Prozess aufeinander bezogenen Handelns zweier Akteure. Voraussetzung: Anwesenheit am selben Ort, gegenseitige Wahrnehmung, aufeinander abgestimmte Handlungen und Kommunikation zur Koordination (vgl. Jäckel 2005: 47).
Interaktionsordnung
Knoblauch – Goffman: Kultur der KommunikationDie eigenständige soziologische Regelhaftigkeit der face-to-face-Situationen, bestimmt durch die räumliche und zeitliche Ko-Präsenz menschlicher Akteure.
Interaktivität
Soziale Interaktion & Social MediaBezieht sich auf den Umgang mit Medien, die spezifische Freiheitsgrade in der Nutzung aufweisen (z. B. Rückkanal), aber nicht selbstständig handlungsfähig sind. Schwächerer Begriff als Interaktion.
K9 Begriffe
Kalte Medien
Pflichttext 1: McLuhan – Kloock & SpahrMedien, die qualitativ wenige Informationen liefern und aktive Ergänzung durch den Rezipienten erfordern. Hohe Partizipation notwendig. Beispiele: Sprache, Telefon, Fernsehen, Karikatur.
Kanäle der Kommunikation
Pflichttext 02: Pürer – Grundbegriffe der KommunikationswissenschaftSinneskanäle, über die Kommunikation vermittelt wird: auditiv (Hören), visuell (Sehen), taktil (Tasten/Berühren), olfaktorisch (Riechen), thermal (Wärme/Kälte wahrnehmen), gustatorisch (Schmecken). Massenmedien nutzen primär auditiv und visuell.
Kommunikation (enger Sinn)
Einführung KommunikationEin Vorgang der Verständigung und Bedeutungsvermittlung zwischen Lebewesen; soziologisch eine Form sozialen Handelns mit subjektivem Sinn (vgl. Pürer 2001: 2–4).
Kommunikation (Merten)
Pflichttext 02: Pürer – Grundbegriffe der KommunikationswissenschaftMertens Hierarchie der Kommunikationsformen: subanimalisch (Einzeller, keine Wahrnehmung), animalisch (Tiere, rudimentär), human (Menschen, Sprache und Symbole), Massenkommunikation (technisch vermittelt, disperses Publikum). Human Communication erfordert Intentionalität und Symbolgebrauch.
Kommunikation (weiter Sinn)
Einführung KommunikationAlle Prozesse der Informationsübertragung – bezieht technische, psychische, physische und soziale Systeme mit ein.
Korrektiver Austausch
Knoblauch – Goffman: Kultur der KommunikationDialogische, rituelle Abläufe (wie Entschuldigungen oder Erklärungen), die nach Regel- oder Territoriumsverletzungen zur Wiederherstellung der Interaktionsordnung dienen.
Kulturtechnik
MedienEine gesellschaftlich tradierte Methode zur Bewältigung und Gestaltung des Alltags mithilfe von Symbol- und Zeichensystemen (z. B. Schreiben, Rechnen, Lesen).
Kursorisches Lesen
Umgang mit wissenschaftlichen TextenÜberfliegen eines Textes ohne Erfassung jedes Details. Ziel: Argumentationsstruktur und Aufbau einschätzen. Bei Monografien: Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Fazit; bei Aufsätzen: Abstract, Zwischenüberschriften, erste Sätze der Abschnitte; bei Literaturverzeichnissen: Quellen für eigene Recherche entdecken.
Kurzbeleg
Zitieren und BibliographierenQuellenangabe direkt im Text nach der Harvard-Zitierweise: (Nachname Jahr: Seite) für direkte und (vgl. Nachname Jahr: Seite) für indirekte Zitate.
L3 Begriffe
Lasswell-Formel
Einführung Kommunikation'Who says what in which channel to whom with what effect?' – beschreibt die fünf Dimensionen der Massenkommunikation und die entsprechenden Forschungsfelder: Kommunikatorforschung, Inhaltsanalyse, Medienanalyse, Rezipientenforschung, Medienwirkungsforschung (Lasswell 1948).
Leitmedium
MedienNach Wilke: Ein Einzelmedium mit Hauptfunktion in der Konstitution gesellschaftlicher Kommunikation und besonders starkem Einfluss auf öffentliche Meinung und andere Massenmedien.
Literaturverzeichnis
Zitieren und BibliographierenAlphabetisch nach Nachnamen sortierte Liste aller zitierten Quellen mit vollständigen bibliografischen Angaben. Im Kurzbeleg steht nur der Verweis.
M16 Begriffe
Man kann nicht nicht kommunizieren
Pflichttext 02: Pürer – Grundbegriffe der KommunikationswissenschaftWatzlawicks erstes Axiom der Kommunikation: Jedes Verhalten (auch Schweigen, Wegsehen, Nichtstun) sendet eine Botschaft. Kommunikation ist unvermeidlich, solange Menschen sich in sozialer Situation befinden.
Many-to-Many-Kommunikation
(Soziale) Identität & BeziehungenEin Kommunikationsmuster, bei dem viele Sender gleichzeitig mit vielen Empfängern interagieren können, typisch für soziale Medien und Web 2.0-Plattformen.
Markierungen im Text
Umgang mit wissenschaftlichen TextenSelektives Hervorheben beim analytischen Lesen: nur einzelne Begriffe markieren, niemals ganze Sätze oder Absätze. Verschiedene Farben helfen, zentrale Begriffe, Aufzählungen und Definitionen zu unterscheiden.
Massenkommunikation
Einführung KommunikationKommunikation, bei der Aussagen öffentlich, durch technische Verbreitungsmittel, indirekt und einseitig an ein disperses Publikum vermittelt werden (Maletzke 1998: 45).
Massenkommunikation (Maletzke)
Pflichttext 02: Pürer – Grundbegriffe der KommunikationswissenschaftGerhard Maletzkes klassische Definition: öffentliche Kommunikation, die technisch durch Massenmedien an ein disperses Publikum gerichtet wird. Einseitig (kein direkter Rückkanal), indirekt (zeitlich/räumlich vermittelt) und öffentlich zugänglich.
Media Richness Theory
Kaplan & Haenlein – Users of the World, Unite! (Social Media Einordnung)Eine Medientheorie (Daft & Lengel 1986), nach der sich Medien in ihrer Fähigkeit zur Reduzierung von Ambiguität (Mehrdeutigkeit) und Unsicherheit unterscheiden, abhängig von der Menge der übertragenen Informationen.
Media-Richness-Modell
Einführung KommunikationEine Theorie, die besagt, dass sich Medien in ihrer Fähigkeit, reichhaltige Informationen (wie Gestik, Mimik und Tonfall) zu übertragen, unterscheiden, wobei Face-to-Face am reichhaltigsten ist.
Mediales Apriori
MedienNach Luhmann: Medien sind die Voraussetzung für Wahrnehmung und Kommunikation – alles, was wir wissen, wissen wir durch Medien. Sie formen, was wir überhaupt wahrnehmen können.
Medium
MedienVom lateinischen medius (Mitte, Vermittelndes): ein Träger, Kanal oder Werkzeug zur Übertragung und Speicherung von Informationen und Bedeutungen zwischen Kommunikationspartnern.
Meinungsbildung
Stark et al. – Meinungsbildung in und mit sozialen MedienFreier Austausch von Tatsachen, Interpretationen, Argumenten und Standpunkten zu gesellschaftlich relevanten Themen. Basis demokratischer Willensbildung. Nicht zu verwechseln mit Meinungsverteilungen (Meinungsforschung), sondern Fokus auf den Prozess (Meinungsbildungsforschung).
Meinungsforschung vs. Meinungsbildungsforschung
Stark et al. – Meinungsbildung in und mit sozialen MedienMeinungsforschung: Welche Meinungen vertritt die Bevölkerung und wie verändern sie sich? Meinungsbildungsforschung: Wie solid ist das argumentative Fundament, auf dem Meinungen beruhen? Letztere orientiert sich am normativen Ideal des informierten, abwägenden Bürgers.
Mindmapping
Themen strukturierenEine graphische Methode zur Strukturierung von Themen, bei der ein zentraler Begriff in die Mitte gestellt und mit Unterthemen und Ideen verknüpft wird.
Modulation (Keying)
Knoblauch – Goffman: Kultur der KommunikationDie Transformation eines primären Rahmens in eine andere Bedeutung (z. B. Spiel, Täuschung, Simulation), bei der das ursprüngliche Muster spielerisch nachgeahmt wird.
Monografie
Texte und QuellenSelbstständige Buchpublikation eines oder weniger Autor*innen, die ein Thema umfassend und zusammenhängend behandelt.
Monografie
Zitieren und BibliographierenSelbstständige Buchpublikation eines oder mehrerer Autor*innen. Schema: Nachname, Vorname (Jahr): Titel. Untertitel. [Auflage]. Ort.
Mosaikmethode
Pflichttext 1: McLuhan – Kloock & SpahrMcLuhans Schreibverfahren: kein lineares Argument, sondern ein Mosaik aus Analogien, Aphorismen, Zitaten und assoziativen Sprüngen. Ziel: die Form der Linearität durch die Figur des Mosaiks ersetzen — passend zum Leitmedium Elektrizität, das heterogene Orte und Prozesse instantan verbindet.
N1 Begriff
Narziss-Mythos / Selbstamputation
Pflichttext 1: McLuhan – Kloock & SpahrJede Körperausweitung löst automatisch Betäubung (Narkose) aus. Der Mensch erkennt sich in seiner Technik nicht wieder — Narziß kommt von narkosis (Betäubung). So bleibt unbewusst, dass die Technik ihn ebenso bestimmt wie seine natürlichen Organe.
P9 Begriffe
Plattform
Soziale Interaktion & Social MediaDigitale Infrastruktur, die Interaktion zwischen zwei oder mehr Gruppen ermöglicht und dabei Kommunikation, Sichtbarkeit und Partizipation strukturiert. Drei Arten: Schnittstellenplattform (z. B. macOS), Protokollplattform (z. B. Webserver/HTTP) und Dienstplattform (z. B. LinkedIn, Wikipedia) (vgl. Seemann 2021).
Ideologische Spaltung der Gesellschaft in entgegengesetzte oder verfeindete Lager. Unterschieden: (a) attitude polarization, (b) party polarization, (c) issue polarization, (d) affective polarization, (e) perceived polarization. Soziale Medien machen extreme Positionen sichtbar, erzeugen oder verstärken Polarisierung aber nicht zwingend.
Post-it-Methode
Themen strukturierenEine flexible Strukturierungsmethode, bei der einzelne Gedanken auf Karten notiert und physisch oder digital verschoben werden können, um Beziehungen im Team zu erarbeiten.
PQ4R-Methode
Umgang mit wissenschaftlichen TextenStrukturierte Lesestrategie in sechs Phasen: Preview (Überfliegen), Questions (Fragen formulieren), Read (kursorisch + analytisch lesen), Reflect (reflektieren), Recite (wiedergeben/exzerpieren), Review (Rückblick). Ermöglicht systematisches und nachhaltiges Textverständnis.
Prekäre Rolle der Technik
Zusatzmaterial: Winkler – Die prekäre Rolle der TechnikWinklers Diagnose: Die Technik nimmt in der Medientheorie eine prekäre (unsichere, gefährdete) Mittelposition ein – weder ist sie rein bestimmend (Henne) noch rein bestimmt (Ei). Beide Seiten übertreiben; die Wahrheit liegt in einem zirkulären Verhältnis.
Primäranalyse
Empirische MethodenErhebung und anschließende Analyse eigener empirischer Daten zur Beantwortung einer spezifischen Forschungsfrage.
Primäranalyse
Wissenschaftliches ArbeitenErhebung eigener empirischer Daten durch Befragung, Experiment, Beobachtung oder Dokumentenanalyse.
Primäre Medien
MedienNach Pross/Faßler: Medien ohne Technik – Sprache, Gestik, Mimik. Nur der menschliche Körper ist beteiligt.
Primärliteratur
Texte und QuellenOriginalquelle, mit der direkt gearbeitet werden sollte — z.B. die Studie oder das Werk selbst.
Q5 Begriffe
Qualitative Inhaltsanalyse
Empirische MethodenEine regelgeleitete Methode zur systematischen, schrittweisen Auswertung von Texten oder anderen Medien mittels eines Kategoriensystems.
Qualitative Inhaltsanalyse
Themenfindung und Literaturrecherche mit KIEine systematische, regelgeleitete Methode zur Auswertung textueller und anderer qualitativer Daten, um Muster, Themen oder Bedeutungen herauszuarbeiten.
Qualitative Methoden
Empirische MethodenInterpretative sozialwissenschaftliche Methoden zur Rekonstruktion von Bedeutungen und Sinnzusammenhängen bei meist kleinen Fallzahlen (z. B. Leitfadeninterviews).
Quantitative Methoden
Empirische MethodenStandardisierte, auf Zahlen und Messung ausgerichtete Methoden zur Überprüfung statistischer Zusammenhänge bei großen Fallzahlen.
Quartäre Medien
MedienNach Faßler: Digitale Netzwerkmedien mit Rückkanal und variablen Nutzerrollen (z.B. Internet). Sender und Empfänger können die Rollen tauschen.
R5 Begriffe
Rahmen (Frame)
Knoblauch – Goffman: Kultur der KommunikationEin soziokulturelles Organisationsprinzip (Interpretationsschema), mit dem Akteure eine Situation definieren und den zulässigen Handlungsspielraum festlegen.
Randnotizen
Umgang mit wissenschaftlichen TextenAbkürzungsbasierte Anmerkungen am Textrand zur Gliederung (E=Einleitung, T=These, Ag1=Argument 1, K=Kritik, Zfg=Zusammenfassung) und für Kommentare (X=Widerspruch, ✓=Zustimmung, ?=Unklarheit, !=wichtige Textstelle).
Reduced-Social-Cues-Modell
Einführung KommunikationEin theoretischer Erklärungsansatz, der besagt, dass das Fehlen sozialer Hinweisreize (z. B. Statussymbole, Mimik) in digitaler Kommunikation zu enthemmtem oder unpersönlicherem Verhalten führen kann.
Merkmal von Kommunikation: Wechselseitigkeit – Sender und Empfänger tauschen Rollen, beide beeinflussen den Kommunikationsprozess. Ohne Reziprozität (nur Einwegkommunikation) ist echter Austausch eingeschränkt.
Rückwirkung der Technik
Zusatzmaterial: Winkler – Die prekäre Rolle der TechnikEinmal sedimentiert, wirkt Technik auf die Praxen zurück und formt sie. Der Kreislauf schließt sich: Technik ist zugleich Produkt und Produzent gesellschaftlicher Praxis.
S28 Begriffe
Sammelband
Texte und QuellenBuch mit einzelnen Beiträgen (Aufsätzen) verschiedener Autor*innen zu einem gemeinsamen Thema, organisiert von Herausgeber*innen.
Sammelband
Zitieren und BibliographierenBuch mit Beiträgen verschiedener Autor*innen, herausgegeben von Herausgeber*innen (Hrsg.). In der Regel werden einzelne Aufsätze daraus zitiert, nicht der gesamte Band.
Schwache Beziehungen (Weak Ties)
(Soziale) Identität & BeziehungenLose soziale Kontakte (nach Granovetter 1973), die sich durch geringe emotionale Intensität auszeichnen, jedoch essenziell sind, um neue Informationen über Netzwerkgrenzen hinweg zu verbreiten.
Schwebende Urteile
Pflichttext 1: McLuhan – Kloock & SpahrMcLuhans erkenntnistheoretische Haltung: die Relativität der eigenen medial bedingten Perspektive anerkennen, Grenzen der eigenen Voraussetzungen überschreiten, andere Kulturen nicht nach eigenen Maßstäben bewerten.
Sedimentierung
Zusatzmaterial: Winkler – Die prekäre Rolle der TechnikPraxen schlagen sich in Technik nieder – gesellschaftliche Gewohnheiten, Wünsche und Routinen werden in technische Artefakte eingeschrieben. Technik ist geronnene Praxis.
Sekundäranalyse
Empirische MethodenErneute oder weitergehende Analyse bereits vorhandener empirischer Daten, die ursprünglich für andere Zwecke erhoben wurden.
Sekundäranalyse
Wissenschaftliches ArbeitenKeine eigene Datenerhebung, sondern Weiter- oder Neuanalyse vorhandener Daten aus früheren Studien. Vorteil: geringer Aufwand. Nachteil: kein Einfluss auf die Daten.
Sekundäre Medien
MedienNach Pross/Faßler: Technik auf Produktionsseite, nicht auf Rezeptionsseite (z.B. Buch, Zeitung, Plakat). Der Empfänger braucht kein Gerät.
Sekundärliteratur
Texte und QuellenLiteratur von Expert*innen über eine Primärquelle, z.B. Analysen oder Kommentare in Monografien. Man darf daraus keine Originalquellen zitieren, die man nicht selbst eingesehen hat.
Self-Disclosure (Selbstoffenbarung)
Kaplan & Haenlein – Users of the World, Unite! (Social Media Einordnung)Die bewusste oder unbewusste Enthüllung persönlicher Informationen (Gedanken, Gefühle, Vorlieben) in sozialer Interaktion zur Unterstützung der gewünschten Selbstdarstellung.
Semiotik
Wissenschaftliches ArbeitenDie Wissenschaft bzw. Lehre der Zeichen und Zeichensysteme. Zeichen (Icons, Symbole, Schrift) vermitteln Bedeutung und ermöglichen Kommunikation. Begründet u.a. durch Ferdinand de Saussure.
Semiotik
Einführung KommunikationWissenschaft bzw. Lehre der Zeichen und Zeichensysteme (aus dem Griech. für 'Zeichen', 'Signal'). Zentral: Syntax (Inhalt/Struktur), Semantik (begleitende Bedeutung) und Pragmatik (kontextabhängiger Zweck). Begründer u.a. Ferdinand de Saussure (vgl. Nöth 2000: 62–63).
Semiotik (Morris)
Pflichttext 02: Pürer – Grundbegriffe der KommunikationswissenschaftZeichenlehre nach Charles Morris mit drei Dimensionen: Semantik (Verhältnis Zeichen–Bedeutung/Referent), Syntaktik (Verhältnis Zeichen–Zeichen/Regelstruktur) und Pragmatik (Verhältnis Zeichen–Nutzer/Verwendungssituation).
Semiotisches Dreieck
Wissenschaftliches ArbeitenModell der Zeichenvermittlung mit drei Ecken: Ding (der reale Gegenstand), Begriff (die Vorstellung/das Bild davon) und Symbol (das Wort/Zeichen dafür). Alle drei müssen klar und eindeutig zusammenpassen.
Semiotisches Dreieck
Einführung KommunikationModell nach Eco (1977): Symbol steht für Ding, erweckt Begriff. Dinge, Begriffe und Symbole/Worte sollen für Sender und Empfänger deckungsgleich sein – sonst kommt es zu Fehlkommunikation.
Small-World-Phänomen
(Soziale) Identität & BeziehungenDie von Stanley Milgram 1967 geprägte Erkenntnis, dass jeder Mensch über eine kurze Kette von durchschnittlich sechs persönlichen Kontakten (Six Degrees of Separation) mit jedem anderen Menschen weltweit verbunden ist.
Social Media
Soziale Interaktion & Social MediaVerwendung digitaler Dienstplattformen, über die Nutzer miteinander (sozial) interagieren, dabei eigene Inhalte kreieren (User-Generated-Content) und diese miteinander austauschen. Im Plural umfasst der Begriff die verbundenen digitalen Kommunikations-Dienste und Technologien (Decker & Gust 2026: 87–88).
Social Media (Plural)
Decker & Gust – Der Social-Media-ZyklusDie konkreten digitalen Kommunikationsdienste, Technologien und Plattformen, die die Interaktion ermöglichen (z. B. Blogs, Wikis, SNS).
Social Media (Singular)
Decker & Gust – Der Social-Media-ZyklusDas übergeordnete Phänomen bzw. die Verwendung digitaler Dienstplattformen, über die Nutzer miteinander interagieren, eigene Inhalte erstellen (UGC) und diese austauschen.
Social Media Logic
Stark et al. – Meinungsbildung in und mit sozialen MedienDie eigene Kommunikationslogik sozialer Medien (Van Dijck & Poell 2013): spezifische Muster der Produktion, Distribution und Nutzung, die sich von traditionellen Massenmedien unterscheiden. Leitsatz: Generierung von Aufmerksamkeit durch Interaktionen (Likes, Shares, Kommentare).
Social Networking Site (SNS)
(Soziale) Identität & BeziehungenEine netzwerkbasierte Plattform, die Profile auf Basis von UGC, öffentlich artikulierte Verbindungen und die Interaktion mit Streams dieser Verbindungen ermöglicht (Boyd & Ellison 2013).
Social Presence Theory
Kaplan & Haenlein – Users of the World, Unite! (Social Media Einordnung)Eine Medientheorie (Short et al. 1976), die besagt, dass Medien sich darin unterscheiden, wie stark der akustische, visuelle und physische Kontakt zwischen Kommunikationspartnern wahrgenommen wird.
Social-Media-Marketing (SMM)
Decker & Gust – Der Social-Media-ZyklusEin interdisziplinäres und cross-funktionales Konzept, welches die sozialen Medien nutzt, um durch Wertschöpfung organisationale Zielsetzungen für verschiedene Stakeholder zu erreichen.
Soziale Filter (Homophily)
Stark et al. – Meinungsbildung in und mit sozialen MedienAlgorithmische Filtermechanismen, die an der menschlichen Tendenz ansetzen, sich mit ähnlichen Menschen zu umgeben. Feeds priorisieren Inhalte von Personen mit ähnlichen sozialen Bindungen ('homophily'; McPherson et al. 2001).
Sprachfunktionen (Bühler)
Pflichttext 02: Pürer – Grundbegriffe der KommunikationswissenschaftKarl Bühlers Organon-Modell unterscheidet drei Funktionen von Sprache: Darstellung (referentiell: Sachverhalte beschreiben), Ausdruck (expressiv: Gefühle und Einstellungen des Sprechers) und Appell (konativ: Aufforderung an den Empfänger).
Starke Beziehungen (Strong Ties)
(Soziale) Identität & BeziehungenEngmaschige soziale Bindungen (wie Familie oder enge Freunde), die durch hohe emotionale Intensität, Vertrauen und häufige Interaktion gekennzeichnet sind.
Suchwort-Matrix
Texte und QuellenSystematische Tabelle, in der zu Hauptbegriffen Synonyme, Ober-/Unterbegriffe, verwandte Begriffe und fremdsprachige Entsprechungen gesammelt werden.
Suchwortmatrix
Themenfindung und Literaturrecherche mit KIStrukturierte Tabelle, in der zu zentralen Begriffen eines Themas Synonyme, verwandte Begriffe, Ober- und Unterbegriffe sowie fremdsprachige Entsprechungen gesammelt werden.
T8 Begriffe
Taktilität / Synästhesie
Pflichttext 1: McLuhan – Kloock & SpahrTastsinn bezeichnet für McLuhan kein einzelnes Sinnesorgan, sondern die Einheit aller Sinne — ein komplexes Zusammenspiel aller sinnlichen Empfindungen. Taktilität ist das Ideal harmonischer Wahrnehmung, da sie eine mehrdimensionale Auffassung der Wirklichkeit erlaubt.
Technikdeterminismus
MedienAnsicht, dass Technik und Medientechnologien gesellschaftliche Entwicklung kausal bestimmen. Vertreter: McLuhan, Kittler.
Tertiäre Medien
MedienNach Pross/Faßler: Technik auf beiden Seiten – Produktion UND Rezeption erfordern Geräte (z.B. Telefon, Radio, Fernsehen).
Tertiärliteratur
Texte und QuellenGesammelte Informationen aus unterschiedlichen Quellen, z.B. in Lehrbüchern oder Enzyklopädien. Dient zur Orientierung, nicht als Beleg in wissenschaftlichen Arbeiten.
The medium is the message
MedienMcLuhans Kernthese: Nicht der Inhalt, sondern das Medium selbst prägt, wie wir die Welt wahrnehmen und gesellschaftliche Strukturen formen. Das Medium verändert den Menschen.
The Medium is the Message
Pflichttext 1: McLuhan – Kloock & SpahrDie Botschaft eines Mediums ist nicht der Inhalt, sondern die Veränderung des Maßstabs, Tempos oder Schemas, die es der Situation des Menschen bringt. Technik verändert die Dimensionen von Raum und Zeit und bestimmt die Schemata, in denen die Welt wahrgenommen wird.
Themenfindung
Themenfindung und Literaturrecherche mit KIDer Prozess, ein geeignetes Forschungsthema zu identifizieren — ausgehend von einem breiten Themenfeld über systematische Eingrenzung bis hin zu einer konkreten Fragestellung.
Trunkierung
Texte und QuellenAbkürzung von Suchbegriffen mit Platzhaltern (? für einen Buchstaben, * für beliebige Endungen), um die Treffermenge zu vergrößern.
U3 Begriffe
Untersuchungsdesign
Themen strukturierenDie methodische Festlegung des Vorgehens zur Beantwortung der Forschungsfrage innerhalb des empirischen Forschungsprozesses.
User Generated Content (UGC)
Kaplan & Haenlein – Users of the World, Unite! (Social Media Einordnung)Die Summe aller Wege, auf denen Menschen Social Media nutzen. Nach der OECD (2007) definiert durch: Veröffentlichung im Netz, gewisses Maß an kreativer Leistung und Erstellung außerhalb professioneller Routinen.
User-Generated-Content (UGC)
Soziale Interaktion & Social MediaVon Nutzer:innen selbst erstellte und publizierte Inhalte auf Plattformen des Web 2.0 – im Gegensatz zu professionell produzierten Medieninhalten. Zentrales Merkmal von Social Media.
V1 Begriff
Vorderbühne (Front Stage)
(Soziale) Identität & BeziehungenDer soziale Raum, in dem eine Person eine Rolle vor Publikum darstellt und dabei versucht, das Verhalten an gesellschaftliche Normen und Ideale anzupassen.
W4 Begriffe
Das ideologische und technologische Fundament des World Wide Web, bei dem Inhalte nicht mehr nur konsumiert, sondern von allen Nutzern kollaborativ erstellt und fortlaufend modifiziert werden.
Von Tim O'Reilly (2005) geprägter Begriff für eine neue Generation des Internets mit interaktiven und kollaborativen Features. Nutzer:innen können aktiv partizipieren und selbst Inhalte produzieren (User-Generated-Content), statt nur passiv zu konsumieren (Web 1.0).
Wissenschaftliche Redlichkeit
Wissenschaftliches ArbeitenDie Verpflichtung, bei der Verwendung fremder Gedanken, Bewertungen und Argumente die Spielregeln der Wissenschafts-Community einzuhalten. Verstöße gelten als Plagiat mit entsprechenden Konsequenzen.
Wissenschaftliches Arbeiten
Wissenschaftliches ArbeitenPlanvolles Vorgehen zur Generierung neuen Wissens, das umfasst: Zugriff auf vorhandenen Wissensschatz, Verknüpfung von eigenem und fremdem Wissen, analytische Auseinandersetzung mit dem Material und Präsentation in nachvollziehbarer Form.
Z5 Begriffe
Zeit- vs. raumorientierte Medien (Innis)
Pflichttext 1: McLuhan – Kloock & SpahrInnis unterscheidet zwei Kategorien: Zeitorientierte Medien (z.B. Stein, Ton) konservieren Wissen dauerhaft, fördern Stabilität und religiöse Herrschaft. Raumorientierte Medien (z.B. Papier) sind leicht transportierbar, fördern räumliche Expansion, Säkularisierung und politische Macht.
Zirkuläres Modell (Sprechen ↔ Sprache)
Zusatzmaterial: Winkler – Die prekäre Rolle der TechnikWinklers Lösungsvorschlag in Analogie zur Sprachtheorie: Wie Sprechen (Praxis) und Sprache (System) sich gegenseitig konstituieren, so konstituieren Praxen (gesellschaftliche Nutzung) und Technik (materielles Medium) einander zirkulär. Keine Seite ist kausal primär.
Zitierfähigkeit
Wissenschaftliches ArbeitenDie formale Eignung einer Quelle zur Verwendung in wissenschaftlichen Arbeiten (d. h. sie muss öffentlich zugänglich und dauerhaft auffindbar sein).
Zitierfähigkeit
Texte und QuellenEigenschaft einer Quelle, formal zitiert werden zu können — d.h. sie muss auffindbar, zugänglich und eindeutig identifizierbar sein (z.B. durch ISBN, DOI oder URL).
Zitierwürdigkeit
Texte und QuellenInhaltliche Eignung einer Quelle für die Verwendung in wissenschaftlichen Arbeiten. Nur Quellen, die wissenschaftlichen Qualitätsstandards genügen (z.B. peer-reviewed), sind zitierwürdig.