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DMK 1
PraktikumSoSe 26Wissenschaftliches ArbeitenLiteraturrechercheClusteringPVL

DMK 1 – Themen strukturieren

20. Mai 2026DMK 1

Zusammenfassung

Dieses Praktikum widmet sich den organisatorischen und methodischen Grundlagen der Prüfungsvorleistungen (PVL) in DMK 1 sowie den Strategien zur Themenstrukturierung und Literaturauswertung. Es bietet einen klaren Überblick über die drei Teilleistungen (Text-Test, Rechercheaufgabe, Qualitative Inhaltsanalyse) und erläutert detailliert die formalen und inhaltlichen Anforderungen der Rechercheaufgabe. Zudem werden die typischen Schritte einer empirischen Medienforschung sowie Techniken wie das systematische Auseinandernehmen von Texten, das Clustering, Mindmapping und die Post-it-Methode vorgestellt.

Schlüsselbegriffe

Mindmapping

Eine graphische Methode zur Strukturierung von Themen, bei der ein zentraler Begriff in die Mitte gestellt und mit Unterthemen und Ideen verknüpft wird.

Post-it-Methode

Eine flexible Strukturierungsmethode, bei der einzelne Gedanken auf Karten notiert und physisch oder digital verschoben werden können, um Beziehungen im Team zu erarbeiten.

Untersuchungsdesign

Die methodische Festlegung des Vorgehens zur Beantwortung der Forschungsfrage innerhalb des empirischen Forschungsprozesses.

Empirische Medienforschung

Die systematische Erfassung und Analyse von medienbezogenen Phänomenen unter Anwendung sozialwissenschaftlicher Methoden.

Forschungsprozess

Ein iterativer, nicht-linearer Ablauf zur Erkenntnisgewinnung, der sich von der Themenfindung über die Datenerhebung bis zur Dokumentation und Präsentation erstreckt.

Clustering

Eine Methode zur Literaturauswertung, bei der Einzelergebnisse verglichen, Gemeinsamkeiten markiert, in Gruppen gebündelt und mit aussagekräftigen Oberbegriffen versehen werden.

Kernkonzepte

1. Übersicht der Prüfungsvorleistungen (PVL)

Um zur Abschlussklausur in DMK 1 zugelassen zu werden, müssen folgende PVLs erfolgreich absolviert werden:
  1. Text-Test:
    • Format: Handschriftliche Prüfung (Einzelarbeit vor Ort).
    • Inhalt: Textaufgabe zu einem unbekannten wissenschaftlichen Text.
    • Klausurrelevanz: Mindestens eine Textaufgabe muss zwingend bestanden werden.
  2. Rechercheaufgabe:
    • Format: Digitale Abgabe über Moodle (jeweils bis zum darauffolgenden Mittwoch, 23:55 Uhr).
    • Ziel: Zentrale Vorlesungsinhalte selbstständig aufbereiten, recherchieren und wissenschaftlich zusammenfassen.
  3. Qualitative Inhaltsanalyse:
    • Format: Gruppenprojekt und Präsentation vor Ort (am 08.07.2026).
    • Inhalt: Entwicklung einer qualitativen Forschungsfrage, Durchführung und Präsentation einer kleinen empirischen Untersuchung.

2. Anforderungen an die Rechercheaufgabe

Die wöchentliche Ausarbeitung unterliegt strengen formalen und inhaltlichen Kriterien:
  • Umfang: Exakt eine DIN A4-Seite (inklusive Literaturverzeichnis).
  • Formatierung: Arial, 12 pt, Zeilenabstand 1,5, Blocksatz, automatische Silbentrennung.
  • Quellen: Mindestens 2-3 wissenschaftliche Quellen (davon mindestens 1x Vorlesungsliteratur/Pflichttext + 1x eigenständig recherchiert).
  • Aufbau der Ausarbeitung:
    1. Kurze Einführung: Worum geht es bei dem gewählten Thema?
    2. Erklärung des Konzepts: Systematische Erläuterung und Definition der zentralen Begriffe.
    3. Ergänzende Informationen: Details, Fallbeispiele oder zusätzliche Hintergründe.
    4. Einordnung in die Vorlesung: Verbindung zum Modulkontext herstellen.
    5. Literaturverzeichnis: Vollständige wissenschaftliche Belege mit Kurzbelegen im Fließtext.
Klausurrelevant
Bewertungskriterium: Die Ausarbeitung wird nur mit bestanden bewertet, wenn sie inhaltlich korrekt und in eigenen Worten verfasst ist, sauber belegt wurde und die Lesbarkeit nicht durch grammatikalische oder orthographische Mängel beeinträchtigt ist.

3. Der Forschungsprozess der empirischen Medienforschung

Ein typischer Forschungsprozess verläuft nicht linear, sondern iterativ in sich wiederholenden Schleifen (vgl. Klammer 2005):

4. Methoden zur Literaturauswertung und Themenstrukturierung

Ohne inhaltliches Verständnis bleibt ein Thema zu breit oder unpräzise. Um Literatur systematisch auszuwerten, stehen verschiedene Arbeitstechniken zur Verfügung:

A. Texte "auseinandernehmen"

Beim Lesen wissenschaftlicher Texte sollten systematisch folgende fünf Leitfragen beantwortet werden:
  1. Thema: Worum geht es ganz konkret (z. B. Tagesaktuelle Nachrichten auf Instagram)?
  2. Fokus: Welcher Ausschnitt wird betrachtet (z. B. nur öffentlich-rechtlicher Rundfunk)?
  3. Perspektive/Theorie: Aus welchem Blickwinkel wird darauf geschaut (z. B. kommunikationswissenschaftlich)?
  4. Methode: Woher stammen die Erkenntnisse (z. B. qualitative Inhaltsanalyse)?
  5. Ergebnisse/Argumente: Was ist die zentrale Aussage des Textes (in 1-2 Sätzen)?

B. Systematisches Clustering

  • Ergebnisse vergleichen: Was sagen die Texte und wo gibt es Überschneidungen oder Widersprüche?
  • Gemeinsamkeiten markieren: Ähnliche Aspekte hervorheben.
  • Bündeln: Zuordnung der Aussagen in thematische Gruppen.
  • Oberbegriffe finden: Jedes Cluster erhält einen aussagekräftigen Titel.

C. Mindmap / Clusterdiagramm

  • Vorgehen: Zentrales Thema in die Mitte setzen $\to$ Begriffe/Ergebnisse darum anordnen $\to$ Verbindungen einzeichnen.
  • Ziel: Überblick gewinnen und Beziehungen visualisieren (besonders hilfreich bei vielen unstrukturierten Ideen).

D. Post-it-Methode

  • Vorgehen: Jede Idee auf eine Karte schreiben $\to$ Karten auslegen $\to$ Karten physisch oder digital verschieben und neu gruppieren.
  • Vorteil: Ermöglicht es, Strukturen flexibel auszuprobieren und im Team zu diskutieren.

Lernkarten

Frage

Was versteht man unter "Clustering" bei der Literaturauswertung?

Antwort

Beim Clustering werden Einzelergebnisse verglichen, Gemeinsamkeiten markiert, in thematische Gruppen gebündelt und mit aussagekräftigen Oberbegriffen versehen.

Frage

Welches Ziel verfolgt die Erstellung einer Mindmap oder eines Clusterdiagramms?

Antwort

Das Ziel ist es, einen Überblick über ein Thema zu gewinnen und die Beziehungen zwischen Begriffen oder Ergebnissen visuell darzustellen.

Frage

Welchen Vorteil bietet die Post-it-Methode bei der Themenstrukturierung?

Antwort

Die Post-it-Methode ermöglicht es, Strukturen flexibel auszuprobieren, Gedanken zu verschieben und neu zu gruppieren sowie diese im Team zu diskutieren.

Frage

Warum verläuft ein Forschungsprozess laut Klammer (2005) iterativ?

Antwort

Weil Ergebnisse aus späteren Phasen (z. B. der Datenerhebung oder der Auswertung) häufig dazu führen, dass frühere Phasen (wie die Forschungsfrage oder das Untersuchungsdesign) korrigiert oder verfeinert werden müssen.

Frage

Welche fünf Fragen helfen dabei, einen wissenschaftlichen Text systematisch auszuwerten?

Antwort

1) Was ist das konkrete Thema? 2) Was ist der genaue Fokus? 3) Aus welcher theoretischen Perspektive wird argumentiert? 4) Welche Methode wurde genutzt? 5) Was ist das zentrale Ergebnis?


Übungsfragen

Was versteht man unter systematischem 'Clustering' im Rahmen der Literaturauswertung?

Welche Methode eignet sich am besten, wenn im Team viele unsortierte Ideen gesammelt und flexibel strukturiert werden sollen?

Welche Leitfragen helfen beim systematischen 'Auseinandernehmen' eines wissenschaftlichen Textes?