THM Notes
BWL 1
PraktikumSoSe 26VW 1Übungsblatt

VW 1 – Übungsblatt 1

21. April 2026BWL 1

Zusammenfassung

Dieses Excel-Toolpraktikum führt Universitätsstudierende in Deutschland anhand von BWL-Beispielen in die Nutzung von Microsoft Excel ein. Es umfasst drei Übungsblätter, die das Erstellen eines Datenstammblatts und Stundenplans, die Durchführung einer Gewinn- und Verlustrechnung für zwei Jahre sowie die Erstellung einer Bilanz behandeln. Die Studierenden lernen dabei grundlegende Excel-Funktionen wie Formatierungen, AutoAusfüllen und die Anwendung von Formeln. Die erfolgreiche Abgabe der Lösungen in einer einzigen Sammelmappe über Moodle ist eine Voraussetzung für die Klausurzulassung, wobei Anwesenheitspflicht für alle Termine besteht.

Schlüsselbegriffe

Bilanzgleichung

Das grundlegende Prinzip der Bilanzierung, wonach die Summe des Vermögens (Aktiva) immer der Summe der Kapitalquellen (Passiva) entsprechen muss: Summe Aktiva = Summe Passiva.

Anlagevermögen

Teil der Aktiva, der dazu bestimmt ist, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen (z. B. immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, Finanzanlagen).

Umlaufvermögen

Teil der Aktiva, der nicht dazu bestimmt ist, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen (z. B. Vorräte, Forderungen, flüssige Mittel).

Datenstammblatt

Ein Dokument, das grundlegende persönliche und studiengangsbezogene Daten strukturiert darstellt, hier in Excel zu erstellen.

Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Eine betriebswirtschaftliche Rechnung, die Erträge und Aufwendungen eines Unternehmens innerhalb einer Periode gegenüberstellt, um Gewinn oder Verlust zu ermitteln.

Betriebserträge

Alle Einnahmen eines Unternehmens aus der operativen Geschäftstätigkeit, z.B. Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen und sonstige Erträge.

Betriebsaufwendungen

Alle Kosten, die im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit anfallen, z.B. Materialkosten, Personalkosten, Miete, Abschreibungen.

Betriebsergebnis

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit eines Unternehmens, berechnet als Betriebserträge abzüglich Betriebsaufwendungen.

Einkommen vor Steuer

Das Ergebnis vor Abzug von Steuern, oft das Betriebsergebnis nach Berücksichtigung von Zinsergebnis.

Bilanz

Eine stichtagsbezogene Gegenüberstellung von Vermögenswerten (Aktiva) und deren Finanzierung (Passiva) eines Unternehmens.

Aktiva

Die Vermögenswerte eines Unternehmens (Anlagevermögen und Umlaufvermögen).

Passiva

Die Finanzierungsquellen der Vermögenswerte eines Unternehmens (Eigenkapital und Fremdkapital/Verbindlichkeiten).

Kernkonzepte

Organisation und Anforderungen des Excel-Toolpraktikums

Das Praktikum dient als Einführung in Microsoft Excel mittels praxisnaher BWL-Beispiele. Es ist in drei Übungsblätter gegliedert, wovon jedes einem Praktikumstermin zugeordnet ist. Zu jeder Aufgabe wird eine vorbereitete Excel-Vorlage bereitgestellt, die bearbeitet werden muss.
Klausurrelevant
Abgabe und Klausurzulassung: Alle Lösungen müssen am Ende des Praktikums zur Bewertung abgegeben werden. Dabei sind alle Tabellenblätter mit den Lösungen in einer einzigen Excel-Datei – der sogenannten „Sammelmappe“ – zu sammeln und über Moodle einzureichen. Die Abgabe ist eine zwingende Voraussetzung für das Erlangen der Klausurzulassung.
Klausurrelevant
Anwesenheitspflicht: Im Praktikum besteht für alle Termine Anwesenheitspflicht.

Aufgabe 1: Erstellung eines Datenstammblatts und Stundenplans

Die erste Aufgabe zielt darauf ab, grundlegende Excel-Funktionen zur Datenerfassung und Formatierung zu üben. Es soll ein Datenstammblatt mit persönlichen THM-Daten und einer Abbildung des Studienprogramms (wie im SMS) erstellt werden.

Aufbau des Stammblatts

Das Beispiel 'THM Studentenverwaltung' auf Folie 2 zeigt die Struktur:
  • Personenstammdaten / Stammblatt: Enthält Felder wie Benutzerkennung, Name, Vorname, Geburtsdatum, Studiengang und E-Mail-Adresse.
  • Studienprogramm: Gegliedert in Semester (1.+2., 3.+5., 6.) und Phasen (Orientierungsphase, Vertiefungsphase, Abschlussphase). Für jede Phase und jeden Semesterbereich sind spezifische Module und zugehörige Credit Points (CrP) aufgeführt, z.B. Management, Medien, IT, BWL und Informationssysteme, Integrationsprojekt, Wahlpflichtpool, Überfachliches, Projekt und Thesis.

Wichtige Formatierungsoptionen in Excel

Für die möglichst originalgetreue Nachbildung des Beispiels sollen alle verfügbaren Formatierungsmöglichkeiten genutzt werden:
  • Schriftart: Größe, Farbe, Fett, Kursiv
  • Ausrichtung: Links, Rechts, Zellen verbinden, zentrieren, Anpassung der Zellgröße, Textumbruch, Textrichtung
  • Füllfarben: Auch Spezialfarben, um dem Original nahe zu kommen
  • Rahmen: Zum Strukturieren der Tabellenbereiche
  • Externe Grafiken: Einfügen des THM-Logos (in der Vorlage vorhanden)
Tipp
Experimentieren Sie mit den verschiedenen Formatierungsoptionen in Excel, um ein professionelles und übersichtliches Layout zu erzielen. Das Beherrschen dieser Grundlagen ist essenziell für die weitere Arbeit mit Tabellen.

Aufgabe 2: Durchführung der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Diese Aufgabe beinhaltet die Erstellung einer Gewinn- und Verlustrechnung für die 'BWLIS-GmbH' für das Jahr 01 und anschließend für das Jahr 02. Der Fokus liegt auf der Anwendung von Formeln zur Berechnung der Werte.

2.1 GuV für Jahr 01

  • Monate ergänzen: Die fehlenden Monatsnamen sind mit der Excel-Funktion AutoAusfüllen zu vervollständigen.
  • Betriebserträge berechnen:
    • In der Tabelle 'Erträge (Haben)' müssen die 'Betriebserträge gesamt' für jeden Monat berechnet werden.
    • Klausurrelevant
      Vorzeichen beachten: Bei der 'Bestandsminderung fert. Erz. (-)' wird der Wert subtrahiert, während bei der 'Bestandserhöhung fert. Erz. (+)' der Wert addiert wird.
  • Aufwendungen und Ergebnis berechnen:
    • In der Tabelle 'Aufwendungen (Soll)' sind die 'Betriebsaufwendungen gesamt', das 'Betriebsergebnis', das 'Einkommen vor Steuer' und der 'Gewinn / Verlust nach Steuern' zu berechnen.
    • Klausurrelevant
      Tipp zur Berechnung: Betriebsergebnis = Betriebserträge gesamt – Betriebsaufwendungen gesamt
    • Das Nettoeinkommen (hier: Gewinn / Verlust nach Steuern) muss abschließend in Zelle L2 angezeigt werden (für Jahr 01 beträgt es 163.111 €).
    • Die Berechnung des 'Einkommen vor Steuer' erfolgt durch Subtraktion der Zinsen vom Betriebsergebnis. Die 'Steuern (-50%)' werden auf das Einkommen vor Steuer angewandt, um den 'Gewinn / Verlust nach Steuern' zu erhalten.

2.2 GuV für Jahr 02

  • Basis: Die bereits erstellte Tabelle für Jahr 01 dient als Grundlage.
  • Veränderung der Verkäufe: Für Jahr 02 werden monatliche Prozentwerte für die Veränderung der 'Verkäufe gegenüber J01' (Umsatzerlöse) angegeben (z.B. JAN 2,3%, FEB 2,5%). Diese Prozentsätze sind auf die Umsatzerlöse des Jahres 01 anzuwenden, um die neuen Umsatzerlöse für Jahr 02 zu berechnen.
  • Konstante Aufwendungen:
    Achtung
    Alle anderen Daten, insbesondere die monatlichen Betriebsaufwendungen, bleiben gegenüber Jahr 01 unverändert.
  • Das Nettoeinkommen für Jahr 02 sollte am Ende 170.622 € betragen.

Aufgabe 3: Erstellung einer Bilanz

Die dritte Aufgabe ist die Erstellung einer Bilanz für die 'BWLIS-GmbH' für das Jahr 01.

Aufbau der Bilanz

Eine Bilanz gliedert sich in Aktiva (Vermögenswerte) und Passiva (Kapital/Finanzierungsquellen).
Klausurrelevant
Bilanzgleichung: Die Summe der Aktiva muss immer der Summe der Passiva entsprechen, um die Bilanz auszugleichen. Summe Aktiva = Summe Passiva
  • Aktiva:
    • Anlagevermögen: Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen, Finanzanlagen.
    • Umlaufvermögen: Vorräte/Vorratsvermögen, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, Wertpapiere, Zahlungsmittel.
    • Rechnungsabgrenzungsposten: Aktive latente Steuern, Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung.
  • Passiva:
    • Eigenkapital: Gezeichnetes Kapital, Kapitalrücklage, Gewinnrücklage, Gewinn-/Verlustvortrag, Jahresüberschuss/-fehlbetrag (Bilanzgewinn).
    • Rückstellungen: Rückstellungen auf Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, Steuerrückstellungen, Sonstige Rückstellungen.
    • Verbindlichkeiten (Fremdkapital): Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis, Sonstige Verbindlichkeiten.
    • Rechnungsabgrenzungsposten: Passive latente Steuern.
Tipp
Achten Sie bei der Zuordnung der Positionen auf die korrekte Seite der Bilanz (Aktiva vs. Passiva) und die entsprechende Untergliederung (z.B. Anlage- vs. Umlaufvermögen). Die genaue Bezeichnung ist entscheidend.

Lernkarten

Frage

Wie berechnet sich der Gewinn / Verlust nach Steuern in der GuV der BWLIS-GmbH?

Antwort

Zuerst werden die Zinsen vom Betriebsergebnis abgezogen, um das Einkommen vor Steuer zu erhalten. Darauf werden die Steuern (hier -50%) angewandt, was den Gewinn/Verlust nach Steuern ergibt.

Frage

Welche Bilanzpositionen gehören laut Aufgabe 3 zum Anlagevermögen?

Antwort

Zum Anlagevermögen gehören immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen und Finanzanlagen.

Frage

Wie berechnet man das Betriebsergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung?

Antwort

Betriebsergebnis = Betriebserträge gesamt – Betriebsaufwendungen gesamt.

Frage

Welche Bilanzpositionen gehören laut Aufgabe 3 zum Fremdkapital (Verbindlichkeiten)?

Antwort

Dazu gehören unter anderem Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten.

Frage

Nennen Sie drei verschiedene Formatierungsoptionen in Excel, die in Aufgabe 1 angewendet werden sollen.

Antwort

Schriftart (Größe, Farbe, Fett, Kursiv), Ausrichtung (Zellen verbinden, zentrieren, Textumbruch), Füllfarben, Rahmen oder Externe Grafiken.

Frage

Was ist der Unterschied zwischen Aktiva und Passiva in einer Bilanz?

Antwort

Aktiva sind die Vermögenswerte eines Unternehmens (z.B. Gebäude, Maschinen, Bargeld), während Passiva deren Finanzierung darstellen (Eigenkapital, Schulden).

Frage

Welche Vorzeichenregel muss bei der Berechnung der Betriebserträge für 'Bestandsminderung' und 'Bestandserhöhung' beachtet werden?

Antwort

Bestandsminderung wird subtrahiert (-), Bestandserhöhung wird addiert (+).

Frage

Welche Daten bleiben in der GuV für Jahr 02 gegenüber Jahr 01 konstant?

Antwort

Alle Aufwendungen bleiben konstant. Lediglich die Umsatzerlöse werden basierend auf prozentualen Änderungen angepasst.

Frage

Was ist das grundlegende Prinzip, das bei der Erstellung einer Bilanz immer erfüllt sein muss?

Antwort

Die Summe der Aktiva muss immer der Summe der Passiva entsprechen (Bilanzgleichung).

Übungsfragen

Welche der folgenden Aussagen zur Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist korrekt?

Welche dieser Positionen gehört zur Aktivseite einer Bilanz?

Wenn die Umsatzerlöse im Jahr 02 um 2,5% gegenüber Jahr 01 steigen, aber alle Aufwendungen konstant bleiben, was passiert dann mit dem Betriebsergebnis?

Welche Excel-Funktion wird explizit genannt, um fehlende Monatsreihen in der G&V-Tabelle zu ergänzen?