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BWL 1
ÜbungSoSe 26BWL GrundlagenGüterUnternehmenVisionHandelsregister

BWL 1 – Abgabe 01: Grundlagen & Rechtsformen

21. April 2026BWL 1

Zusammenfassung

Diese Übung befasst sich mit den grundlegenden Konzepten der Betriebswirtschaftslehre (BWL), der Differenzierung von Wirtschaftseinheiten, Güterarten sowie dem normativen Rahmen von Unternehmen. Darüber hinaus enthält sie Übungsaufgaben zur Zuordnung bekannter Unternehmensvisionen und eine Anleitung zur Recherche von Unternehmensdaten (Rechtsform, Kapitalausstattung, Amtsgericht) im deutschen Handelsregister.

Schlüsselbegriffe

Wirtschaftseinheit

Selbstständige Entscheidungs- und Handlungseinheiten in einer Volkswirtschaft. Man unterscheidet Konsumtionswirtschaften (Haushalte) und Produktionswirtschaften (Betriebe).

Erwerbswirtschaftliches Prinzip

Das Streben privater Betriebe nach Gewinnmaximierung zur langfristigen Existenzsicherung und Verzinsung des eingesetzten Kapitals.

Sachgüter (Waren)

Materielle, bewegliche Güter, die zum Verkauf bestimmt sind (Abgrenzung zu Dienstleistungen).

Normativer Rahmen

Die oberste Ebene der Unternehmensführung. Er legt die Identität, Werte, Mission und Vision des Unternehmens fest (Sinnebene).

Handelsregister

Ein öffentliches Verzeichnis beim Amtsgericht, das wichtige rechtliche und wirtschaftliche Informationen über eingetragene Kaufleute und Unternehmen führt.

Aufgaben & Lösungen

Aufgabe 1.1: Haushalte & Betriebe

Frage: Welche der folgenden Aussagen sind richtig?
  1. Haushalte und Betriebe decken beide ihren eigenen Bedarf. (Falsch: Haushalte sind Konsumtionswirtschaften zur Eigenbedarfsdeckung; Betriebe sind Produktionswirtschaften zur Fremdbedarfsdeckung).
  2. Betriebe und Unternehmen sind das Gleiche. (Falsch: Der Betrieb ist die technisch-organisatorische Leistungseinheit; das Unternehmen ist der rechtlich-finanzielle Träger. Ein Unternehmen kann mehrere Betriebe besitzen).
  3. Private Betriebe sind autonom und streben in der Regel nach Gewinnmaximierung. (Richtig: Das Autonomieprinzip und das erwerbswirtschaftliche Prinzip sind konstitutive Merkmale privater Betriebe).
  4. Öffentliche Betriebe dürfen auch sozial angemessene Gewinne erwirtschaften. (Richtig: Während sie primär dem Gemeinnützigkeits- oder Kostendeckungsprinzip unterliegen, ist eine angemessene Gewinnerzielung z. B. zur Reinvestition zulässig).
  5. Private Haushalte umfassen mehr als eine Person. (Falsch: Private Haushalte können auch aus einer einzelnen Person bestehen - sogenannte Einpersonenhaushalte).
Antwort: Aussagen 3 und 4 sind richtig.

Aufgabe 1.2: Güter

Frage: Unterscheiden Sie die folgenden Güterklassen und nennen Sie jeweils ein Beispiel:

a) Real- und Nominalgüter

  • Realgüter: Haben einen eigenen physischen oder immateriellen Gebrauchswert (Sachgüter und Dienstleistungen).
    • Beispiel: Ein Lastkraftwagen (Sachgut) oder eine Steuerberatung (Dienstleistung).
  • Nominalgüter: Besitzen keinen direkten Gebrauchswert, sondern stellen einen Tauschwert in Geld oder Geldansprüchen dar.
    • Beispiel: Ein 100-Euro-Geldschein oder eine Aktie.

b) Gebrauchs- und Verbrauchsgüter

  • Gebrauchsgüter: Werden über einen längeren Zeitraum hinweg mehrfach genutzt und nutzen sich dabei nur allmählich ab (Potenzialfaktoren).
    • Beispiel: Eine Fertigungsmaschine oder ein Bürostuhl.
  • Verbrauchsgüter: Werden bei der Nutzung einmalig verbraucht oder gehen direkt in ein anderes Produkt ein (Repetierfaktoren).
    • Beispiel: Strom zur Beleuchtung, Benzin für den Fuhrpark oder Klebstoff in der Produktion.

Aufgabe 1.3: Waren

Frage: Was sind Beispiele für Waren? (Hinweis: Waren sind bewegliche Sachgüter, die zum Verkauf bestimmt sind).
  1. Pralinen, die ein Schokoladenhersteller produziert (Ja: Bewegliche Sachgüter, die für den Verkauf produziert werden).
  2. Make-up, das ein Online-Händler vertreibt (Ja: Handelsware).
  3. Ein Haarschnitt einer Frisör*in (Nein: Das ist eine Dienstleistung - ein immaterielles Gut, kein Sachgut).
  4. Döner-Kebap, den eine Imbissbude verkauft (Ja: Konsumgut/Sachgut zum Verkauf).
  5. Fotostudio, das einer Werbeagentur gehört (Nein: Das ist ein Betriebsmittel/eine Immobilie und dient der Leistungserstellung, steht aber nicht zum Verkauf).
  6. Planschbecken, das ein Baumarkt verkauft (Ja: Handelsware).

Aufgabe 1.4: Visionen zuordnen

Frage: Ordnen Sie die angegebenen Visionen den Organisationen zu:
  • Amazon: "Unsere Vision ist es, das Unternehmen mit der größten Kundenorientierung der Welt zu sein. Wir wollen einen Ort schaffen, zu dem die Menschen kommen können und alles finden, was sie online kaufen möchten."
  • Deutsche Bank: "Wir streben danach, die führende kundenorientierte, globale und universelle Bank zu sein."
  • UNICEF: "Wir sind die treibende Kraft, wenn es darum geht, eine Welt zu schaffen, in der die Rechte eines jeden Kindes verwirklicht sind."

Aufgabe 1.5: Normativer Rahmen

Frage: Was gehört zum normativen Rahmen eines Unternehmens?
  • Vision: Wo wollen wir langfristig hin? (Zukunftsbild)
  • Mission: Was ist unser Auftrag und wofür stehen wir heute? (Zweck)
  • Unternehmensgrundsätze: Verhaltensregeln und Leitlinien für die Praxis (Werte).
Abgrenzung: Mitarbeiter und Güter sind betriebliche Ressourcen. Unternehmensziele und das Zielesystem bilden den strategischen und operativen Rahmen, der sich unterhalb des normativen Rahmens befindet.

Aufgabe 1.6: Zielsystem

Frage: Beschreiben Sie die Handlungsziele der Zielpyramide jeweils mit einem Satz und nennen Sie ein Beispiel:
  1. Normative Ziele (Vision/Mission):
    • Beschreibung: Sie bilden die oberste, langfristige Leitlinie und definieren den Identitäts- und Wertrahmen des Unternehmens.
    • Beispiel: "Wir wollen durch umweltfreundliche Technologien die Treibhausgase reduzieren."
  2. Strategische Ziele (Oberziele):
    • Beschreibung: Sie konkretisieren die Vision für mittelfristige Zeithorizonte (3-5 Jahre) und betreffen das gesamte Unternehmen.
    • Beispiel: "Erschließung des asiatischen Marktes für Elektrofahrzeuge bis 2029."
  3. Operative Ziele (Unterziele):
    • Beschreibung: Sie sind kurzfristig ausgelegt (bis zu 1 Jahr), stark detailliert und beziehen sich auf konkrete Abteilungen oder Projekte.
    • Beispiel: "Senkung der Materialkosten in Werk A um 5% im kommenden Quartal."

Aufgabe 2.1: Unternehmens-Recherche (Handelsregister)

Rechercheergebnisse aus dem offiziellen Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de):

a) Cursor Software AG (Gießen)

  • Zuständiges Amtsgericht: Amtsgericht Gießen
  • Handelsregisternummer: HRB 3562
  • Rechtsform: Aktiengesellschaft (AG)
  • Kapitalausstattung (Grundkapital): $1.000.000\text$
  • Anschrift: Friedrich-List-Straße 20, 35398 Gießen
  • Unternehmensleitung: Thomas Rössler (Vorstandsvorsitzender)

b) Infomotion GmbH (Frankfurt)

  • Zuständiges Amtsgericht: Amtsgericht Frankfurt am Main
  • Handelsregisternummer: HRB 72688
  • Rechtsform: Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Kapitalausstattung (Stammkapital): $500.000\text$
  • Anschrift: Westhafenplatz 1, 60327 Frankfurt am Main
  • Unternehmensleitung: Mark Miller (Geschäftsführer)

Übungsfragen

Welcher Begriff beschreibt die technisch-organisatorische Einheit zur Erstellung von Gütern und Dienstleistungen im Gegensatz zum rechtlichen Rahmen?

Was unterscheidet ein Gebrauchsgut von einem Verbrauchsgut?