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BWL1:
Grundlagen und
Unternehmens-
software
Finanzierung
Lernziele
▪ Sie kennen die Vorgehensweise bei einer
Finanzplanung
▪ Sie können Begrifflichkeiten wie Finanzplan und
Kapitalbedarfsrechnung erklären
▪ Sie können die wichtigsten Finanzierungsformen
benennen und unterscheiden
„Kenntnisse über Arten der Finanzierung und wie man finanziert sind
essenziell z.B. für die Gründung eines Unternehmens!“
Abbildungsquelle: https://www.handicapverbessern.com/wp-content/uploads/2017/08/Ziel-im-golf-visualisieren.jpg
Übersicht: Finanzierung
Grundlagen Finanz- Finanzie-
planung rungsformen
Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden,
Springer Gabler, Teil 6.
Übersicht: Finanzierung
Grundlagen
Begriff Finanzierung
„Unter Finanzierung versteht man die Bereitstellung von Kapital,
welches benötigt wird, um Investitionen zu tätigen.“ (Thommen)
Kernfragen
Wieviel Kapital wird benötigt
Wie kann das Kapital beschafft werden
Quelle: Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden, Springer Gabler, S. 553.
Vorgehensweise der Finanzierung
Ermittlung der Finanzierungsziele
Ermittlung des Kapitalbedarfs
(→ Finanzplanung)
Prüfung der Alternativen der Mittelbeschaffung
(→ Finanzierungsquellen)
Entscheidung über Höhe und Quelle der
Finanzierung
Beschaffung der Mittel
Finanzkontrolle
Eigene Darstellung
Vorgehensweise der Finanzierung
Ermittlung der Finanzierungsziele
Ermittlung des Kapitalbedarfs
(→ Finanzplanung)
Prüfung der Alternativen der Mittelbeschaffung
(→ Finanzierungsquellen)
Entscheidung über Höhe und Quelle der
Finanzierung
Beschaffung der Mittel
Finanzkontrolle
Eigene Darstellung
Kernziele der Finanzierung
▪ Versorgung mit genügend Kapital
▪ um Leistungserbringung zu ermöglichen Meist Gewinn
bezogen auf das
▪ um auftretende Verlust abzufangen eingesetzte Kapitel
▪ Gewinnerzielung bzw. angemessene Rentabilität
▪ Gewährleistung ausreichender Liquidität (Zahlungsfähigkeit)
▪ Bewahrung der Unabhängigkeit des Unternehmens
▪ Schutz vor unerwünschten Einflüssen
Quelle: Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden, Springer Gabler, S. 558.
Übersicht: Finanzierung
Grundlagen Finanz-
planung
Vorgehensweise der Finanzierung
Ermittlung der Finanzierungsziele
Ermittlung des Kapitalbedarfs
(→ Finanzplanung)
Prüfung der Alternativen der Mittelbeschaffung
(→ Finanzierungsquellen)
Entscheidung über Höhe und Quelle der
Finanzierung
Beschaffung der Mittel
Finanzkontrolle
Eigene Darstellung
Finanzplanung
▪ Ausgangspunkt bildet der Kapitalbedarf
▪ Kapitalbedarf ist von unterschiedlichsten internen Faktoren (z.B.
Unternehmensgröße, Produktionsprogramm) und externen Faktoren
(z.B. Zinssätze, Inflation, Zahlungsverhalten von Geschäftspartnern)
abhängig
▪ Aufgaben der Finanzplanung
▪ Abschätzung des erwarteten Kapitalbedarfs über eine
Kapitalbedarfsrechnung
▪ Feststellung der Bedarfsdeckung durch Aufstellung von
Finanzplänen
Kapitalbedarfsrechnung
▪ Kapitalbedarf lässt sich nach Fristigkeit unterscheiden
a) Langfristiger Bedarf für Anlagevermögen (z.B. Fertigungsanlagen,
Gebäude)
b) Kurzfristiger Bedarf für Umlaufvermögen (z.B. Material)
▪ Die Kapitalbedarfsrechnung ermittelt den kurzfristigen Bedarf
▪ Wichtige Einflüsse auf kurzfristigen Bedarf und Bindung von Kapital
▪ Produktion und Verkauf zu unterschiedlichen Zeitpunkten
▪ Unterschiede zwischen Zahlungsfristen der Kunden und
Zahlungsfristen an Lieferanten
→ Ein- und Auszahlungen fallen zeitlich auseinander
▪ Kapitalbedarf lässt sich aus der Kapitalbindung des Umlaufvermögens
ableiten
Durchschnittliche Kapitalbindung
Zeitraum von der Fertigstellung des Guts bis zur Zahlung des Kunden in dem
das eingesetzte Kapital für Material und Produktion gebunden ist
▪ Auch Cash-to-Cash-Zyklus genannt
▪ Kreditorenfrist: vereinbartes Zahlungsziel für das gekaufte Material ggü. dem
Lieferanten (=Kreditor)
▪ Debitorenfrist: vereinbartes Zahlungsziel mit dem Kunden (=Debitor) für den Kauf des
Guts
Kapitalbindung= Lagerzeit Mat. + Prod.zeit+ Lagerzeit Fertiggüter + Debit.frist – Kredit.frist
Quelle: Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden, Springer Gabler, S. 562.
Übung: Kapitalbindungsdauer (Cash-to-Cash-Zyklus)
Errechnen für den folgenden Fall die Dauer der durchschnittlichen Kapitalbindung in Tagen.
Die durchschnittliche Zahlungsdauer des Unternehmens gegenüber seinen Lieferanten (=
Kreditorenfrist) beträgt 80 Tage. Die durchschnittliche Dauer vom Eingang des Materials bis
zum Lagerausgang der Güter beträgt 210 Tage. Die Dauer vom Verkauf der produzierten
Güter bis zur Zahlung des Kunden (=Debitorenfrist) beträgt durchschnittlich 10 Tage.
Kapitalbindung= Lagerzeit Mat. + Prod.zeit+ Lagerzeit Fertiggüter + Debit.frist – Kredit.frist
→ https://ars.particify.de/ Raum-Nr.: 32186719
Finanzpläne
„Mit Finanzplänen wird versucht, finanzielle Auswirkungen aller
Unternehmensbereiche zusammenzufassen.“ (Thommen)
▪ Finanzpläne zeigen Art, Umfang und Verwendung finanzieller Mittel
▪ Unterscheidung nach Fristigkeit
▪ Langfristiger Finanzplan (über mehrere Jahre; Einheit: Jahre)
▪ Kurzfristiger Finanzplan
▪ Maßgeblich zur Gewährleistung der Zahlungsfähigkeit genutzt
▪ Zeiträume in der Regel 3-12 Monate; Einheit: Monat oder Quartal
▪ Zeigt Überschüsse oder Fehlbeträge (Liquiditätslücke)
▪ Es ist Aufgabe des Cash-Managements diese Zahlungsströme zu
überwachen und einzugreifen
Beispiel kurzfr. Finanzplan (vereinfacht!)
Quelle: Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden, Springer Gabler, S. 566.
Vorgehensweise der Finanzierung
Ermittlung der Finanzierungsziele
Ermittlung des Kapitalbedarfs
(→ Finanzplanung)
Prüfung der Alternativen der Mittelbeschaffung
(→ Finanzierungsquellen)
Entscheidung über Höhe und Quelle der
Finanzierung
Beschaffung der Mittel
Finanzkontrolle
Eigene Darstellung
Systematisierung der Finanzierungsarten
Quelle: Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden, Springer Gabler, S. 555.
Finanzierungsunterschiede Fremd- und
Eigenkapital
Gegenleistung
ggü. dem
Kapitalgeber
Kriterien Eigenkapital Fremdkapital
Haftung min. in Höhe der Einlage Keine Haftung
Ertragsanteil Volle Gewinnteilhabe Zinsanspruch
Beteiligung an i.d.R. berechtigt ausgeschlossen
Unternehmensleitung
Verfügbarkeit über i.d.R. unbegrenzt i.d.R. terminiert
Kapital
Rechtsanspruch auf Quotenanspruch, nur gegeben
Rückzahlung wenn Liquidationserlös
Schulden Rückzahlung wenn das Unternehmen Eigenkapital wird ggü. Fremdkapital bei „Pleite geht“ nur dann, wenn nach dem Rückzahlungsansprüchen nachrangig Begleichen der Schulden noch etwas behandelt übrig bleibt
Unterscheidungsmerkmale der Finanzierungsquellen eines
Unternehmens
Rechtsstellung des Kapitelgebers Handelskredite(Lieferanten/
Kunden); Kontokorrent (Giro);
langfr.: Hypothekendarlehen
Schuldverschreibung
(verzinsliche Wertpapiere)
keine Änderung
Beteiligungsverhältnisse;
liquiditätsschonend
bei U-Gründung;
Kapitalerhöhung in Effekt, da Aufwand sofort
Umsatzphase entsteht aber Auszahlung
später erfolgt
Mittelherkunft
Anpasste nach Quelle: Perridon, L., Steiner, M., & Rathgeber, A. W. (2017). Finanzwirtschaft der Unternehmung. Vahlen, S.390.
Finanzierungsquellen
Beteiligungsfinanzierung ▪ Von externem Geldgeber (meist Eigenkapital)
(Eigen-/Außenfinanzierung) • Für Unternehmensgründung; Kapitalerhöhung in Umsatzphase
▪ Durch Einbehalten von Gewinnen
Selbstfinanzierung
• Keine Änderung von Beteiligungsverhältnissen des Unternehmens;
(Eigen-/Innenfinanzierung) liquiditätsschonend
Finanzierung aus ▪ Finanzierungseffekt, dass Aufwand sofort verrechnet aber
Rückstellungen liquiditätswirksame Auszahlung zu späterem Zeitpunkt
(Fremd-/Innenfinanzierung) ▪ Rückstellungen für Steuern, Boni, Provisionen, Pensionen etc.
▪ Kurzfristig: Handelskredite, Kontokorrentkredite,
Kreditfinanzierung
• Langfristig: Hypothekendarlehen, Schuldverschreibungen,
(Außen-/Fremdfinanzierung) Gründerkredite
Finanzierungsquellen
Beteiligungsfinanzierung ▪ Von externem Geldgeber (meist Eigenkapital)
(Eigen-/Außenfinanzierung) • Für Unternehmensgründung; Kapitalerhöhung in Umsatzphase
▪ Durch Einbehalten von Gewinnen
Selbstfinanzierung
• Keine Änderung von Beteiligungsverhältnissen des Unternehmens;
(Eigen-/Innenfinanzierung) liquiditätsschonend
Finanzierung aus ▪ Finanzierungseffekt, dass Aufwand sofort verrechnet aber
Rückstellungen liquiditätswirksame Auszahlung zu späterem Zeitpunkt
(Fremd-/Innenfinanzierung) ▪ Rückstellungen für Steuern, Boni, Provisionen, Pensionen etc.
▪ Kurzfristig: Handelskredite, Kontokorrentkredite,
Kreditfinanzierung
• Langfristig: Hypothekendarlehen, Schuldverschreibungen,
(Außen-/Fremdfinanzierung) Gründerkredite
Eigen Fremd
Beteiligungsfinanzierung
Außen Innen
Kapital von externem Kapitalgeber zur Finanzierung, i.d.R in Form von
Eigenkapital (abhängig von der Rechtsform des Unternehmens)
Formen
▪ Privates Beteiligungskapital („Private Equity“) für nicht börsenorientierte
Unternehmen
▪ Öffentliches Beteiligungskapital („Public Equity“) für börsennotierte
Unternehmen
Motive
▪ Finanzierung einer Unternehmensgründung
▪ Kapitalerhöhungen in der Umsatzphase des Unternehmens
Quelle: Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden, Springer Gabler, S. 599ff.
Finanzierungsquellen
Beteiligungsfinanzierung ▪ Von externem Geldgeber (meist Eigenkapital)
(Eigen-/Außenfinanzierung) • Für Unternehmensgründung; Kapitalerhöhung in Umsatzphase
▪ Durch Einbehalten von Gewinnen
Selbstfinanzierung
• Keine Änderung von Beteiligungsverhältnissen des Unternehmens;
(Eigen-/Innenfinanzierung) liquiditätsschonend
Finanzierung aus ▪ Finanzierungseffekt, dass Aufwand sofort verrechnet aber
Rückstellungen liquiditätswirksame Auszahlung zu späterem Zeitpunkt
(Fremd-/Innenfinanzierung) ▪ Rückstellungen für Steuern, Boni, Provisionen, Pensionen etc.
▪ Kurzfristig: Handelskredite, Kontokorrentkredite,
Kreditfinanzierung
• Langfristig: Hypothekendarlehen, Schuldverschreibungen,
(Außen-/Fremdfinanzierung) Gründerkredite
Eigen Fremd
Selbstfinanzierung
Außen Innen
Thommen: „Unter Selbstfinanzierung versteht man die Beschaffung von Kapital
durch einbehaltene Gewinne“
Formen
▪ Offene Selbstfinanzierung: nicht ausgeschüttete Gewinne werden
Rücklagenposten zugewiesen
▪ Stille Selbstfinanzierung: Bildung stiller Reserven
▪ Entweder durch Unterbewertung von Aktiva oder Überbewertung von Passiva
▪ Beispiele: höhere Abschreibungen auf Maschinen im Rahmen der gesetzl.
Vorgaben
Motive
▪ Keine Änderung von Beteiligungsverhältnissen am Unternehmen
▪ Liquiditätsschonend, da keine Zins- oder Dividendenzahlungen
▪ Ggf. Verschiebung von Steuern auf späteren Zeitpunkt (bei Auflösung der
Reserven)
Quelle: Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden, Springer Gabler, S. 599ff.
Finanzierungsquellen
Beteiligungsfinanzierung ▪ Von externem Geldgeber (meist Eigenkapital)
(Eigen-/Außenfinanzierung) • Für Unternehmensgründung; Kapitalerhöhung in Umsatzphase
▪ Durch Einbehalten von Gewinnen
Selbstfinanzierung
• Keine Änderung von Beteiligungsverhältnissen des Unternehmens;
(Eigen-/Innenfinanzierung) liquiditätsschonend
Finanzierung aus ▪ Finanzierungseffekt, dass Aufwand sofort verrechnet aber
Rückstellungen liquiditätswirksame Auszahlung zu späterem Zeitpunkt
(Fremd-/Innenfinanzierung) ▪ Rückstellungen für Steuern, Boni, Provisionen, Pensionen etc.
▪ Kurzfristig: Handelskredite, Kontokorrentkredite,
Kreditfinanzierung
• Langfristig: Hypothekendarlehen, Schuldverschreibungen,
(Außen-/Fremdfinanzierung) Gründerkredite
Eigen Fremd
Finanzierung aus Rückstellungen
Außen Innen
Der Finanzierungseffekt aus Rückstellungswerten resultiert daraus, dass der
Aufwand sofort verrechnet wird, die liquiditätswirksame Auszahlung aber
erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt.
Formen
▪ kurz-, mittel- und langfristige Rückstellungen sind Passivposten
Rückstellungen für jene Verpflichtungen, die am
Bilanzstichtag zwar der Art nach
▪ Finanzierungseffekt höher je sicher oder wahrscheinlich sind,
längerfristiger deren genaue Höhe und/ oder
Fälligkeit aber ungewiss sind.
▪ Beispiele: Steuern, Boni, Provisionen,
Garantieansprüche,
Pensionsrückstellungen
Motive
▪ Finanzierung und Steuerstundung
Quelle: Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden, Springer Gabler, S. 599ff.
Finanzierungsquellen
Beteiligungsfinanzierung ▪ Von externem Geldgeber (meist Eigenkapital)
(Eigen-/Außenfinanzierung) • Für Unternehmensgründung; Kapitalerhöhung in Umsatzphase
▪ Durch Einbehalten von Gewinnen
Selbstfinanzierung
• Keine Änderung von Beteiligungsverhältnissen des Unternehmens;
(Eigen-/Innenfinanzierung) liquiditätsschonend
Finanzierung aus ▪ Finanzierungseffekt, dass Aufwand sofort verrechnet aber
Rückstellungen liquiditätswirksame Auszahlung zu späterem Zeitpunkt
(Fremd-/Innenfinanzierung) ▪ Rückstellungen für Steuern, Boni, Provisionen, Pensionen etc.
▪ Kurzfristig: Handelskredite, Kontokorrentkredite,
Kreditfinanzierung
• Langfristig: Hypothekendarlehen, Schuldverschreibungen,
(Außen-/Fremdfinanzierung) Gründerkredite
Eigen Fremd
Kreditfinanzierung
Außen Innen
Bei der Kreditfinanzierung wird von externen Kapitalgebern eingebrachtes
Fremdkapital zur Finanzierung verwendet.
Kurzfristiges Fremdkapitel
Handelskredite (Lieferanten/ Kunden)
Kontokorrentkredite
…
Langfristiges Fremdkapitel
Hypothekendarlehen
Schuldverschreibungen (Anleihen, Obligationen)
…
Eigen Fremd
Handelskredite
Außen Innen
Handelskredite sind Lieferanten oder Kundenkredite und dienen der kurzfristigen
Fremdkapitalfinanzierung
Formen
▪ Lieferantenkredite
▪ Lieferant gewährt seinem Abnehmer Zahlungsfrist (meist 30 Tage)
▪ Formlos und ohne besondere Sicherheiten gewährt
▪ i.d.R. teure Finanzierungsform (Ausnutzung der Zahlungsfrist Preis und
Skonto integriert)
▪ Kundenkredit
▪ Abwälzen eines Teils der Finanzierung des Produktes auf den Kunden
▪ i.d.R. zinslos, Rückzahlung erfolgt in Form des Produkts
▪ Maßgeblich in Maschinenindustrie und Baugewerbe (hohe Investitionen
notwendig)
Quelle: Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden, Springer Gabler, S. 615/616.
Eigen Fremd
Kontokorrentkredite
Außen Innen
Ein Kontokorrentkredit ermöglicht Kreditnehmern freie Verfügbarkeit bis zu einem
von der Bank festgesetzten Maximalbetrag (=Kreditlinie)
Besonderheiten
▪ Zinsen nur auf in Anspruch genommenen Kreditbetrag
▪ Verschiedene Formen
▪ z.B. Blankokredit (ohne Sicherheit)
▪ z.B. Lombardkredit (gegen Verpfändung beweglicher und
marktgängiger Vermögenswerte)
Motive
▪ Besonders für sich wiederholenden, in der Höhe wechselndem Kapitalbedarf
▪ Lombardkredit meist zur temporären Überbrückung von Liquiditätsproblemen
Quelle: Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden, Springer Gabler, S. 616.
Eigen Fremd
Hypothekardarlehen
Außen Innen
Langfristige Form der Fremdkapitalfinanzierung bei der Darlehen (Kredite) durch
Grundpfandrechte gesichert werden
Besonderheiten
▪ Unterteilung Grundpfandrechte: Hypothek und Grundschuld
▪ Hypothek
▪ Gebunden an eine persönliche Geldforderung, Hypothekenansprüche
erlöschen wenn Geldforderung beglichen ist
▪ Eintrag der Geldforderung in das Grundbuch
▪ Grundschuld
▪ Ebenfalls Verwendung als Kreditsicherheit
▪ Nicht an Geldforderung gebunden
▪ Bleibt erhalten wenn Kredit getilgt ist
Quelle: Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden, Springer Gabler, S. 624
Eigen Fremd
Schuldverschreibungen
Außen Innen
Wertpapiere mit variabler oder fester Verzinsung mit dem ein Schuldner dem
Gläubiger eine bestimmte Leistung verspricht.
Besonderheiten
• Auch Anleihen, Obligationen, Bonds genannt
• Dienen langfristiger Kreditfinanzierung von Großunternehmen
• Hoher Gesamtbetrag wird in standardisierte Teilbeträge
(Teilschuldverschreibung) mit einen Nennwert aufgeteilt
• Gläubiger können diese Teilschuldverschreibungen erwerben
• Schuldner verpflichtet sich zu regelmäßigen Zinszahlungen auf Basis des
Nennwerts der Schuldverschreibung
• Höhe des Zinssatzes ist abhängig von Bonität des Unternehmens
• Rückzahlung in der Regel zu Ende der Laufzeit
• Es existiere Varianten: Zerobonds, Wandelschuldverschreibungen …
Quelle: Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden, Springer Gabler, S. 625 ff.
Weitere Kreditform: Leasing
Überlassung von Anlagegegenstände zum Gebrauch oder Nutzung auf
bestimmte oder unbestimmte Zeit gegen period. zu entrichtendes fixes Entgelt.
Besonderheiten
▪ Ähnlich der Miete aber Abwälzung von Risiken und Pflichten vom
Leasinggeber (Vermieter) auf den Leasingnehmer (Mieter)
▪ Abwälzung z.B. (abhängig von Vertragsgestaltung)
▪ Investitionsrisiko
▪ Reparatur- und Instandhaltungskosten
▪ Risiko des Untergangs oder Verschlechterung des Leasingobjekts
▪ Verschiedene weitere Ausgestaltungsmöglichkeiten z.B. Kaufoption,
Verlängerungsoption
▪ Vorteile/ Nachteile des Leasings nicht nur bei Kosten, sondern auch
Liquidität, Flexibilität etc.
Quelle: Thommen, Achleitner (2012), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Wiesbaden, Springer Gabler, S. 631 ff..
Übung: Finanzierungsart zuordnen
Zwei Kreuze pro Zeile!
Zu klassifizierende Finanzierungen Eigen Fremd Außen Innen
- Im Zuge der Gründung einer Kapitalgesell. werden 25 TEUR auf deren Konto eingezahlt
- Ein Unternehmen bildet Rückstellungen für Pensionen
- Ein Unternehmen erhält für eine große Bestellung eine Anzahlung von 10 TEUR
- Eine Bank macht eine Kapitalerhöhung von 20 Mio. EUR
- Ein Chemieuntern. gibt Anleihen über 50 Mio. EUR aus
- Die Aktionäre einer AG beschließen, vom Gewinn 1 Mio. EUR einzubehalten → https://ars.particify.de/ Raum-Nr.: 32186719