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BWL1:
Grundlagen und
Unternehmens-
software
Unternehmens-
Organisation
Lernziele
▪ Sie kennen die Grundlagen der Ablauf- und
Aufbauorganisation
▪ Sie können Geschäftsprozessarten unterscheiden und
erste Prozessketten bilden
▪ Sie kennen die unterschiedlichen Bestandteile („Stellen“)
einer Aufbauorganisation
▪ Sie können Organigramme verstehen und einfache
Organigramme selbst erstellen
„Jedes Unternehmen (Startups und etablierte Unternehmen) muss sich eine
Struktur geben, um zu funktionieren!“
Abbildungsquelle: https://www.handicapverbessern.com/wp-content/uploads/2017/08/Ziel-im-golf-visualisieren.jpg
Übersicht: Unternehmensorganisation
Synonyme/ verwandte Begriffe: Organisationslehre, Organisation
Aufbau- Ablauf-
Grundlagen organi- organi-
sation sation
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-
Poeschel, Kapitel 7
Organisation
Grundlagen
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-
Poeschel, Kapitel 7
Die zwei Sichten der Organisation
• Funktionale Sicht:
„bedeutet die zielorientierte ganzheitliche Gestaltung von Prozesse
und Strukturen innerhalb von Betrieben“
→ Organisation als Gestaltung („das Organisieren“)
• Institutionelle Sicht:
Organisation als Ergebnis dieser Tätigkeit
→ die Organisation
oder es geht beim
Leitet sich aus dem Begriff Organisation
ORGANISATION
Begriffs Organismus um eine bestimmte
ab Handlung
Ein einheitliches, gegliedertes Das planmäßige ordnende
(lebendiges) Ganzes Gestalten steht im Mittelpunkt
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Teilbereiche der Unternehmensorganisation
=Ablauforganisation
Klimmer, M.(2018). Unternehmensorganisation. Herne, nwb-Verlag
Unternehmensorganisation
Aufbau- Ablauf-
Grundlagen organi- organi-
sation sation
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-
Poeschel, Kapitel 7
Die Ablauforganisation (=Prozessorganisation)
Klimmer, M.(2018). Unternehmensorganisation. Herne, nwb-Verlag
Bildung von Prozessen
Unter einem Prozess, der auch als Arbeitsprozess oder
Aufgabenerfüllungsprozess bezeichnet wird, wird…
▪ die zielgerichtete Erstellung einer Leistung
▪ durch eine Folge von logisch zusammenhängenden Arbeitsgängen
beziehungsweise Aktivitäten verstanden,
▪ die innerhalb einer Zeitspanne
▪ nach bestimmten Regeln durchgeführt wird.
Darstellung als Ablaufdiagramme, Prozesslandkarten ….:
Arbeitsgang 1 Arbeitsgang 2 Arbeitsgang 3
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Merkmale von Prozessen
Einheit im
Unternehmen die für
diesen Prozess
verantwortlich ist
Personen, Software,
Arbeitsgeräte
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Arten von Prozessen
Primäre Sekundäre
Geschäftsprozesse: Geschäftsprozesse:
(Kernprozess) (Supportprozess)
Direkter Beitrag zur Sicherstellung der
Wertschöpfung der Betriebsbereitschaft
Produkte Und Unterstützung
Auf Erstellung und Absatz primärer Prozesse
der Produkte gerichtet Kein unmittelbarer
Marktbezug
z.B. Logistik, Produktion,
Vertrieb, Service z.B. Planung, Beschaffung,
Finanzierung
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Wertkettenmodell nach Porter
Sekundäre
(unterstützende)
Geschäftsprozesse
(IT)
Input Output
Güter Produkte/
durch Dienstleistun
Lieferanten gen an die
Kunden
Primäre
Geschäftsprozesse
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Bildung von Prozessketten
Mehrere Prozesse
werden zu
Prozessketten
zusammengefasst
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Verknüpfungsarten von Prozessen
UND-Verknüpfungen
Auslösende Verknüpfung Erzeugende Verknüpfung
Symbol für UND
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Verknüpfungsarten von Prozessen
ODER-Verknüpfungen Symbol für ODER
inklusives ODER
Bedingung
XODER-Verknüpfungen
XODER
XODER = =
exklusives
exklusives ODER
ODER
Symbol für
exklusives ODER
Übung: Prozesskette
Folgende Prozesse und Organisationseinheiten sind gegeben:
Aufgabe:
Stellen Sie die richtige Reihenfolge der Prozesse fest (Ablauforganisation) und geben Sie zu
jedem Prozess die verantwortliche Abteilung an.
Hinweis: eine Abteilung kann auch für mehrere Prozesse verantwortlich sein.
Abteilungen Prozesse
• Lager • Waren entgegennehmen
• Rechnungswesen • Rechnung prüfen und freigeben (zur
• Einkauf Zahlung)
• Zahlungseingang des Kunden
• Logistik
entgegennehmen
• Vertrieb • Waren bestellen
• Wareneingang • Eingangsrechnung entgegennehmen
• Auftrag entgegennehmen
• Zahlungsausgang an Lieferanten
Abteilung A Abteilung B … durchführen
• Lieferschein erstellen
Prozess 1 Prozess 2 … • Auslieferung der Produkte
Übung: Prozessdiagramm „Beschwerdemanagement “
Erstellen Sie ein Prozessdiagramm „Beschwerdemanagement“
Aktivitäten (Task)
Die Firma Ruco betreibt eine zentrale
Telefon-Hotline, um die Beschwerden
der Kunden im Hinblick auf die Produkte
aufzunehmen.
Nach dem Anruf eines Kunden
Exklusives Oder (XOR) bpmn.io
aktualisiert der Hotline-Sachbearbeiter Bedingung A
im System zunächst die Daten des
Kunden. Danach öffnet der Mitarbeiter
den Kundendialog. Dort erfasst er die Start-
Produktnummer und gibt eine Ereignis
Fehlerbeschreibung ein. Bedingung B
Im Folgenden überprüft der Hotline-
Sachbearbeiter in der Datenbank, ob Parallel (UND)
bereits Einträge zur geschilderten
Fehlerbeschreibung existieren. Wenn
Einträge existieren, versucht er mit dem
Anrufer das Problem zu lösen. Wenn End-
nicht, leitet er das Problem an den Ereignis
technischen Support weiter.
Prof. Dr.-Ing. Armin Wagenknecht
24 Seite
Unternehmensorganisation
Aufbau-
Grundlagen organi-
sation
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-
Poeschel, Kapitel 7
Die Aufbauorganisation
Klimmer, M.(2018). Unternehmensorganisation. Herne, nwb-Verlag
Bildung von Organisationseinheiten
Organisationseinheiten
sind
Sämtliche organisatorischen Elemente die durch die
▪ dauerhafte Zuordnung von Teilaufgaben
▪ auf eine oder mehrere existierende oder gedachte Personen
entstehen.
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Merkmale von Organisationseinheiten
Dauerhafte Aufgabenbündelung
Übertragung von auszuführenden Teilaufgaben
Versachlichter Personenbezug
Anpassung der Teilaufgaben an das Leistungs-
vermögen gedachter Personen (Stelleninhaber)
Kompetenzzuweisung
z.B. Befugnis über
Budget von 100 Rechte und Befugnisse
TEUR zu verfügen
Verantwortungszuweisung
Für Folgen von Entscheidungen und Handlungen
einstehen
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Arten von Organisationseinheiten
Organisationseinheiten
mit temporärer oder
dauerhafter Zuordnung
von Teilaufgaben zu
mehreren Personen
z.B. Arbeitsgruppe,
Leitungsgruppe
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Arten von Organisationseinheiten - Stellen
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Grundlagen zu Stellen
▪ Stellen sind Organisationseinheiten,
▪ die durch die dauerhafte Zuordnung von Teilaufgaben
▪ auf eine existierende oder gedachte Person entstehen.
Stelle 1 Stelle 2 Stelle 3
▪ Arten von Stellen
▪ Linienstellen
▪ Unterstützende Stellen
Organisationseinheit
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Linienstellen: Leitungsstellen
Linienstellen: Einbindung in die direkten Bereiche (= Erbringung der
marktbezogenen Kernleistung) des Unternehmens z.B. Produktion
Leitungsstellen
• auch Instanzen
Mit Fremdentscheidungs- und Weisungskompetenzen ausgestattete Stellen
• Disziplinarische Weisungsbefugnisse Personalentscheidungen,
Urlaub, Kontrolle, Dienstreise-
• Fachliche Weisungsbefugnisse Genehmigung
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Linienstellen: Ausführungsstellen
Ausführungsstellen:
• Stellen ohne Weisungskompetenzen Kompetenz nur für eigenen
Verantwortungsbereich
• Ausführung von Entscheidungen
Unterste Ebene der Hierarchie
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Unterstützende Stellen
Stabs- und Assistenzstellen
Zuordnung zum indirekten sind Leitungsstellen direkt zur
Bereich des Unternehmens Unterstützung und Entlastung
zugeordnet
Dienen nur mittelbar der
Erstellung Kernleistungen des
Unternehmens
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Stabsstellen
Spezialisierte
Leitungshilfsstellen
▪ Beratungsfunktionen und fachbezogene Aufgaben
▪ Ohne Fremdentscheidungs- und Weisungskompetenzen
Praxisbeispiele:
Unternehmensplanung, Public
▪ Immer an eine Leitungsstelle gebunden Relations
▪ Vorbereitung von Entscheidungen, Kontrolle von deren Realisierung
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Assistenzstellen
Generalisierte
Leitungshilfsstellen
▪ Wechselnde generelle Aufgaben
▪ Ohne Fremdentscheidungs- und Weisungskompetenzen
▪ z.B. Sekretariate, Vorstandsassistenten
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Dienstleistungsstellen
Spezialisierte
Stellen
Dienstleistungsstellen können
auch Abteilungsgröße haben
Synonyme
▪ Zentralstellen, Zentralabteilungen, Servicestellen, Service-Center
▪ Zentrale Unterstützungsaufgaben für mehrere Leitungsstellen
▪ Richtlinienkompetenz
▪ Fachliche Weisungsbefugnisse gegenüber Linienstellen
▪ z.B. Zentralcontrolling, Zentrale Dienstreiseabrechnung
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Unternehmensorganisation
Aufbau-
Grundlagen organi-
sation
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-
Poeschel, Kapitel 7
Abteilungen in einer Aufbauorganisation
Organisationseinheiten werden im Zuge der Abteilungsbildung zur
Aufbauorganisation zusammengefasst
Eine Abteilung ist eine
▪ unbefristete Unterstellung von
▪ einer oder mehreren Organisationseinheiten
▪ unter eine gemeinsame Leitungsstelle.
Gremien wie Arbeitsgruppen
oder Projektgruppen werden
nicht im Organigramm
dargestellt
Grafische Darstellung: Organigramm → nächste Folie …
Im Organigramm auch i.d.R.
Personennamen, nur Stellen!
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Beispiel eines Organigramms
Nauer 1993, S. 147ff
Gestaltungshinweise zu Organigrammen
▪ Klarheit und Einfachheit: Das Organigramm sollte leicht
verständlich und einfach sein. Vermeiden Sie übermäßige Details,
um eine klare Hierarchie zu gewährleisten.
▪ Richtige Symbole und Formen: Verwenden Sie konsistente
Symbole und Formen für die verschiedenen Positionen oder
Abteilungen, um die Lesbarkeit zu verbessern.
▪ Korrekte Hierarchie: Stellen Sie sicher, dass die Hierarchie genau
wiedergegeben wird. Höher positionierte Mitarbeiter sollten über
den unteren positionierten Mitarbeitern stehen.
▪ Leserorientierung: Richten Sie das Organigramm so aus, dass es
für den Betrachter leicht zu lesen ist. Normalerweise wird die
Hierarchie von oben nach unten und von links nach rechts
dargestellt.
▪ Farbcodierung und Design: Verwenden Sie Farben und
Designelemente, um verschiedene Abteilungen oder Funktionen
voneinander abzuheben. Achten Sie darauf, dass das Design nicht
zu überladen wird.
▪ Legende hinzufügen: Falls erforderlich, fügen Sie dem
Organigramm eine Legende hinzu, um Symbole und Abkürzungen
zu erklären.
Strukturierungsebenen einer Aufbauorganisation
Organisationsformen unterschieden nach Anzahl der
Strukturierungsmerkmale
▪ Eindimensionale Organisationsform
▪ Ein Strukturierungsmerkmal
▪ → Funktionale Organisation
▪ → Divisionale Organisation
▪ Mehrdimensionale Organisationsform
▪ Zwei Strukturierungsmerkmale
→ Matrixorganisation
▪ Drei und mehr Strukturierungsmerkmale
→ Tensororganisation
In BWLIS 1 nicht
behandelt
Vahs, D.(2015). Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Eindimensionale Organisationsformen: Funktional
▪ Strukturierung nach betrieblichen Funktionen
▪ Verbreitung der Organisationsform: kleine u. mittlere Unternehmen mit
homogenem, kleinen Produktprogramm Kaum oder wenige
unterschiedliche Produkte
▪ Überschaubare Struktur
▪ Klar definierte/ abgegrenzte Aufgaben und Kompetenzen
Funktionale Organisation
Straub nach Bleicher (1991), S. 389
Eindimensionale Organisationsformen: Divisional
▪ Strukturierung nach: Produkten, Kunden, Regionen …
▪ Verbreitung: meist größere Unternehmen mit heterogenem
Produktprogramm Viele unterschiedliche
Produkte
▪ Selbstständigkeit der Divisionen/ Sparten
▪ Ermöglicht bessere Ausrichtung auf Erfordernisse von Markt und
Wettbewerb
Divisionale Organisation
Vahs, D.(2015). Organisation. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Strukturierungsmerkmale divisionale Organisationen
Vahs, D.(2015). Organisation. Stuttgart, Schäffer-Poeschel
Praxisbeispiel Alphabet: Nach Produkten
Zweidimensionale Org.-form: Matrixorganisation
Beispiel mit
Strukturierungsmerkmalen
▪ Zwei Strukturierungsmerkmale: Regionen und Segmente
z.B. Regionen und Produkte
▪ Aufteilung der
Leitungsfunktion
(→ Mehrliniensystem)
▪ Hohe Flexibilität
▪ Unterstützt ganzheitl.
innovative Problem-
lösungen
▪ Aber:
▪ Kompetenz-
abgrenzung
schwierig
▪ Schnittstellenkonflikte
Vahs, D.(2015). Organisation. Stuttgart, Schäffer-Poeschel